Aktien: Banken sind im Zollchaos die großen Verlierer
Frankfurt. Es ist ein abrupter Stimmungsumschwung: Bis Ende März gehörten europäische Bankaktien weltweit zu den Favoriten der Investoren. Doch dann begann der Abschwung, der nach der Ankündigung der neuen US-Zölle am 2. April in einen Absturz mündete.
Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks hat binnen einer Woche bis zu 20 Prozent an Wert verloren, rund sieben Prozentpunkte mehr als der marktbreite Index. „Das Glück der Banken hat sich in sehr kurzer Zeit gewendet“, sagt Anke Reingen, Analystin bei RBC Capital Markets. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.
Bankaktien gelten als besonders konjunktursensibel. In den vergangenen Tagen ist durch die aggressive Zollpolitik der USA die Angst vor einer Rezession deutlich gewachsen. Eine globale Wirtschaftskrise mit steigenden Kreditausfällen und Zinssenkungen wäre Gift für die Bankbilanzen.
„Außerdem dürften verängstigte Investoren versucht haben, durch Aktienverkäufe einen Teil der seit drei Jahren aufgelaufenen Gewinne zu realisieren“, meint ein Frankfurter Investmentbanker. Seit März 2022 liegt der Stoxx Europe 600 Banks noch immer mit über 60 Prozent im Plus.