Genossenschaftsbanken: Streit um marodes Wohngebäude – Ärger für Raiffeisenbank im Hochtaunus
Frankfurt, Düsseldorf. Die angeschlagene Raiffeisenbank im Hochtaunus steht wegen ihres Umgangs mit einer maroden Wohnimmobilie in Göttingen in der Kritik. Nach Handelsblatt-Informationen soll die Bank dem inzwischen insolventen Besitzer eines Großteils der Wohnungen in dem Gebäude, der Gänseliesel Wohn GmbH, einen Kredit gegeben haben. Die aktuelle Immobilienverwaltung für diese Wohnungen, Coeles, und die Insolvenzverwalterin werfen der Raiffeisenbank nun vor, einen Verkauf der Immobilie zu blockieren.
„Trotz mehrfacher Bemühungen muss festgestellt werden, dass sich die Verwertung der Immobilie bereits seit Mitte 2023 – also seit nahezu zwei Jahren – ohne greifbares Ergebnis hinzieht“, heißt es in einer Beschwerde, die Coeles bei der Finanzaufsicht Bafin eingereicht hat. Wiederholt seien Kaufangebote nicht angenommen worden, obwohl diese angemessen gewesen seien.
Das Schreiben liegt dem Handelsblatt vor. Zuerst hatte darüber das „Göttinger Tageblatt“ berichtet.
Laut Coeles-Geschäftsführer Dominik Fricke soll der Kredit der Raiffeisenbank bei 14 Millionen Euro gelegen haben. Die Raiffeisenbank Hochtaunus sei die Hauptgläubigerin von Gänseliesel Wohnen, der direkt sowie über eine Tochtergesellschaft fast 300 der insgesamt gut 400 Wohnungen in dem Gebäude gehörten.