Börse Asien: Bank of Japan kappt ihren Ausblick – Yen rutscht ab
New York. Die japanische Zentralbank hat angesichts zu erwartender Belastungen im Zusammenhang mit der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump ihre Wachstumsprognose gekappt. Für das im März 2026 endende Fiskaljahr geht sie nun nur noch mit einem Plus von 0,5 Prozent aus. Vor drei Monaten waren es noch 1,1 Prozent.
Das setzte den japanischen Yen unter Druck. Die Devise lag gegenüber dem US-Dollar etwa ein Prozent tiefer bei bis zu 144,74 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Mitte April.
Die Bank of Japan (BoJ) senkte auch ihre Wachstumsprognose für das folgende Fiskaljahr, und zwar auf 0,7 Prozent. Im Januar hatte sie noch 1,0 Prozent angesetzt.
„Die jüngsten Entwicklungen rund um die Zölle werden die japanische Wirtschaft belasten, da sie das globale Wachstum verlangsamen, die Unternehmensgewinne schmälern und Haushalte und Betriebe aufgrund der zunehmenden Unsicherheit dazu veranlassen, ihre Ausgaben zurückzuhalten“, sagte Zentralbankchef Kazuo Ueda.
Gewinne an Japans Börsen
Gleichzeitig erklärte die Zentralbank aber auch, dass die Inflation sich in den kommenden Jahren in etwa um die angestrebte Zielmarke von zwei Prozent bewegen werde. Das dürfte ein Zeichen dafür sein, dass Risiken durch US-Zölle die Pläne zur Anhebung der Zinssätze zwar verzögern, aber nicht grundsätzlich aus der Bahn bringen könnten. Den kurzfristigen Leitzins beließen die Notenbanker am Donnerstag wie erwartet unverändert bei 0,5 Prozent.
Der japanische Leitindex Nikkei gewann im regulären Handel 1,2 Prozent auf 36.485 Punkte, der breiter gefasste Topix notierte 0,5 Prozent höher bei 2680 Zählern.
Gestützt wurde der technologielastige Nikkei von einem Kurssprung um 6,3 Prozent beim Chip-Testausrüster Advantest, der nachbörslichen Aufschlägen bei den US-Technologiegiganten Meta Platforms und Microsoft folgte.
Die chinesischen Aktienmärkte waren wegen der Maifeiertage geschlossen.