Fahrdienstleister: Uber verfehlt Erwartungen – weniger Touristen bremsen Wachstum
New York. Der Fahrdienstvermittler Uber hat von der Erholung des Geschäftsreiseverkehrs und einer Rückkehr ins Büro aus dem Homeoffice profitiert. Das in San Francisco ansässige Unternehmen verbuchte im ersten Quartal ein Umsatzplus von 14 Prozent auf 11,53 Milliarden Dollar, wie Uber am Mittwoch mitteilte – Analysten hatten jedoch mehr erwartet.
Dabei legte das Liefergeschäft um rund 18 Prozent zu, das Fahrdienstgeschäft um 15 Prozent, während die Erlöse im Frachtbereich um rund zwei Prozent schrumpften. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) schnellte um 35 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar in die Höhe.
Allerdings muss Uber schwächere Bruttobuchungen als erwartet für das erste Quartal vermelden und verweist auf einen Rückgang der Einreisen in die USA, was die Zuwächse im Fahrdienstgeschäft gedrosselt habe.
Die Bruttobuchungen – dazu zählen Fahrten, Essenslieferungen sowie Einnahmen von Fahrern und Händlern, aber keine Trinkgelder – lagen in den ersten drei Monaten 2025 bei 42,8 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut der Nachrichtenagentur 43,1 Milliarden Dollar erwartet. Auch der Umsatz blieb mit 11,5 Milliarden Dollar unter den Erwartungen, ebenso wie das operative Ergebnis. Die Uber-Aktie fiel am Mittwoch im Tagesverlauf um 2,54 %.
Finanzchef Prashanth Mahendra-Rajah sagte, die Aufwertung des US-Dollars gegenüber den Währungen Brasiliens, Mexikos und Argentiniens habe das Fahrdienstgeschäft zusätzlich belastet.
Transport und Essenslieferung seien „rezessionsresistent“
Weniger Touristen reisen derzeit in die USA – unter anderem wegen verschärfter Grenzpolitik und des anhaltenden Handelskriegs. Das trifft Unternehmen wie Uber und Airbnb, die von Reisen abhängig sind. Vergangene Woche meldete Airbnb eine „Schwäche“ bei Reisen aus Kanada in die USA, gleichzeitig aber einen Anstieg von Reisen aus Kanada nach Mexiko.
Ubers US-Fahrdienstgeschäft macht mehr als die Hälfte der Unternehmensgewinne aus. Im Quartal verschlechterte sich das Verbrauchervertrauen in den USA angesichts steigender Preise und wirtschaftlicher Unsicherheiten infolge von Trumps neuen Zöllen. Im März fiel das Vertrauen auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren.
In einem Interview mit CNBC sagte CEO Dara Khosrowshahi, dass Uber bisher keine Anzeichen für ein schwächelndes Verbraucherverhalten sehe. Allerdings verzeichne das Unternehmen „mehr Ausgaben für Reisen außerhalb der USA als innerhalb“.
„Abgesehen davon bleibt der Verbraucher stark“, so Khosrowshahi. Transport und Essenslieferung seien ohnehin „rezessionsresistent“.
Bereits im Februar hatte Uber mit einer schwachen Prognose für das erste Quartal enttäuscht und auf externe Faktoren wie Waldbrände in Los Angeles und extremes Winterwetter verwiesen. Diese Einflüsse seien wohl bereits in die Analystenschätzungen eingeflossen – die Uber trotzdem verfehlte.