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USA„Unsichtbare Macht“ – Anleihe-Investoren könnten Trump noch stoppen

Übertreibt es eine Regierung mit den Schulden, verkaufen Investoren ihre Staatsanleihen – und zwingen sie zum Sparen. Das System brachte schon einen Vorgänger von Donald Trump in die Bredouille.Jakob Blume, Andrea Cünnen, Astrid Dörner und Michael Maisch 02.07.2025 - 17:07 Uhr Artikel anhören

New York, Frankfurt. Es sind Worte, die auch aus dem Westernklassiker „High Noon“ stammen könnten: „Eine Abrechnung steht bevor“. Das martialische Zitat stammt allerdings nicht von Gary Cooper, sondern von Jeffrey Gundlach. Aber auch der prominente Investor meint eine Art Duell. Ein Duell am weltweit wichtigsten Kapitalmarkt. Die Duellanten: die US-Regierung, angeführt von Donald Trump, gegen die Bond-Vigilantes, eine Art Anleihebürgerwehr.

Der Showdown könnte kurz bevorstehen: Trump will bis zum US-Unabhängigkeitstag am Freitag sein Haushaltsgesetz durch den Kongress drücken. Den Senat hat das fast tausend Seiten starke Gesetz, das die US-Staatsverschuldung in den nächsten zehn Jahren um zusätzlich 3,3 Billionen US-Dollar in die Höhe treiben dürfte, bereits passiert. Sollte die „big beautiful bill“, wie Trump sein Haushaltsgesetz nennt, auch das Repräsentantenhaus passieren, können nur noch die Finanzmärkte Trump stoppen.

Daher hoffen die Gegner des Gesetzes auf die Bond Vigilantes.  Eigentlich stammt der Begriff aus den 80er-Jahren, in den 90er-Jahren hatten die Vigilantes Hochkonjunktur, dann verschwanden sie von der Bildfläche. Nun sind sie wieder da. Wohl auch, weil die Staaten dieser Welt spätestens seit der Coronakrise von einer Rekordverschuldung zur nächsten eilen.

Das Prinzip ist simpel: Wittern die Vigilantes, dass ein Staat sich in Sachen Verschuldung übernimmt, verkaufen sie massiv dessen Anleihen. Die Kurse fallen, die Renditen steigen. Das verteuert die Refinanzierung der Staatsschuld und zwingt die betroffenen Regierungen zu sparen. Die Bond-Vigilantes sorgen so dafür, dass aus abstrakten Schuldenrisiken konkrete Finanzkrisen werden, wie zuletzt in Großbritannien. Dort scheiterte ein auf Schulden gebautes Steuersenkungsprogramm an genau diesem Effekt, die verantwortliche Premierministerin Liz Truss musste nach wenigen Tagen im Amt zurücktreten.

Doch wer steckt hinter der selbst ernannten Bond-Bürgerwehr, wie mächtig ist sie wirklich – und hat sie das Potenzial, Trump zu stoppen?

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