Ukraine: Warum die Russen in ein militärisch unbedeutendes Dorf vorrücken
Odessa. Entlang der Frontlinie in der Ukraine liegt die sogenannte graue Zone. So bezeichnet man im Krieg jene Gebiete, die umkämpft, aber von keiner Seite effektiv beherrscht werden.
Die allgegenwärtigen Drohnen, die für vorrückende Einheiten eine ständige Gefahr darstellen und deshalb die allermeisten Vorstöße scheitern lassen, haben dafür gesorgt, dass sich dieses Niemandsland ausgeweitet hat.
Naturgemäß tendieren jeweils beide Kriegsparteien dazu, trotz volatiler Lage die Kontrolle über ein umkämpftes Gebiet für sich zu beanspruchen.
Strategisch irrelevant
Besonders intensiv wurde jüngst über das Kriegsgeschehen beim Ort Datschne gestritten. Vergangene Woche mehrten sich in den sozialen Netzwerken Meldungen über eine russische Einnahme des kleinen Ortes. Auch russische Exilmedien wie „Medusa“ nahmen die Berichte auf.
Ukrainische Militärblogger und später auch der Generalstab dementierten. Zwar soll es russischen Soldaten gelungen sein, im Ort eine russische Flagge zu hissen. Kurz darauf seien die Angreifer aber unter Beschuss genommen und getötet worden. Die konkrete Lage vor Ort ist unklar.