Italien: So genießen Rentner aus Deutschland ihren Ruhestand
Rom. Wenn Bekannte Hilde Zittlau für ihren Mut bewundern, als Rentnerin nach Italien ausgewandert zu sein, schmunzelt sie. „Dafür brauchte es keinen Mut. Wir sind hier doch nicht im Dschungel, sondern am Gardasee“, sagt die 61-Jährige.
Seit März 2024 lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann Dirk dauerhaft in Pozzolengo, einem kleinen Ort, keine zehn Kilometer vom Südufer des Gardasees entfernt. In dieser Gegend haben die Zittlaus jahrzehntelang Urlaub gemacht – und davon geträumt, auch mal länger als zwei, drei Wochen zu bleiben.
Dann rückte während der Coronapandemie die Pensionierung in Sichtweite – sie besaß einen Hundesalon, er arbeitete als Ingenieur –, und aus dem Wunsch wurde ein Plan. 2022 kaufte das Ehepaar eine Doppelhaushälfte: Ein Neubau, 120 Quadratmeter groß, mit großem Koch- und Wohnbereich im Erdgeschoss, Schlafzimmer plus Hobbyraum im ersten Stock, dazu ein schöner Garten mit Whirlpool.
Alles fühle sich hier so leicht an, berichtet Zittlau. Allein schon, weil überall Italienisch gesprochen werde. „Mein ganzes Leben ist jetzt ein Urlaub“, sei der neue geflügelte Spruch ihres Mannes.
Davon, das Urlaubsland zur neuen Heimat zu machen, träumen viele Deutsche – und Italien, zweitliebstes Reiseziel, steht hoch im Kurs. Sobald der Ruhestand es ihnen erlaubt, wagen manche den Schritt und wandern nach Italien aus. Frei vom Anwesenheitszwang der Arbeitswelt ziehen sie in die sanft geschwungenen Hügel der Toskana, ins wilde Sizilien – oder eben an den mit Zitronenbäumen bewachsenen Gardasee. Doch damit aus dem Traum auch Glück wird, gilt es einiges zu beachten.