Klinik: NRW und Insolvenzverwalter streiten um Millionen für ein Krankenhaus
Düsseldorf. Das St. Willibrord-Spital in Emmerich am Rhein ist seit Mai 2024 insolvent. Auf einem Konto liegen seitdem Fördergelder des Landes, gedacht für den Umbau zweier geriatrischer Stationen. Insolvenzverwalter Bero-Alexander Lau betrachtet die 5,5 Millionen Euro als Teil der Insolvenzmasse und will sie an die 645 Gläubiger des Spitals verteilen – darunter Krankenkassen, Zulieferer, Mitarbeitende sowie die Bundesagentur für Arbeit.
Das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen (NRW), das die 5,5 Millionen Euro Fördergeld ausgestellt hat, sieht das jedoch ganz anders: Es hält das Vorhaben von Lau für unzulässig und gefährlich. In einem Schreiben, das dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, nennt das Ministerium den Insolvenzplan „eine Gefährdung der erfolgreichen, nachhaltigen und zukunftssicheren Sanierung des St. Willibrord-Spitals“.
Der Fall beschäftigt inzwischen die Justiz.
Mit seinen finanziellen Schwierigkeiten ist das St. Willibrord-Spital nicht allein. Im vergangenen Jahr mussten laut dem Deutschen Ärzteblatt mindestens 24 Kliniken einen Insolvenzantrag stellen, drei von ihnen schließen. Die Gründe sind vielfältig: steigende Löhne und hohe Energiekosten durch die Inflation, weniger Patienten durch die Coronapandemie.