Stellen: Staat könnte laut Studie mit 60.000 Beschäftigten weniger auskommen
Berlin. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist so groß wie seit zehn Jahren nicht – ohne den massiven Stellenaufbau im öffentlichen Dienst wäre sie sogar noch größer. Während die Industrie im Juni etwa 146.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte weniger zählte als vor einem Jahr, sind in der öffentlichen Verwaltung laut Bundesagentur für Arbeit (BA) im gleichen Zeitraum 45.000 zusätzliche Jobs geschaffen worden.
In zehn Jahren ist die Zahl der kommunalen Beschäftigten damit um 24 Prozent und die der Landesbeschäftigten um fast zwölf Prozent gestiegen. Das geht aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Die Studie vergleicht regional den öffentlichen Beschäftigungsaufbau in Ländern und Kommunen über den Zeitraum 2013 bis 2023 und liegt dem Handelsblatt exklusiv vor.
Demnach ist vor allem Sachsen-Anhalt zurückhaltend beim Aufbau neuer Stellen vorgegangen. Wären alle anderen Bundesländer ähnlich sparsam gewesen, wären bundesweit 60.000 weniger Vollzeitjobs bei Ländern und Kommunen besetzt worden, heißt es in der Studie.