Geldanlage: Schweizer Aktien erholen sich rasch von Trumps Zoll-Schock
Köln. Die Schweiz stand unter Schock, als US-Präsident Donald Trump Anfang August Zölle in Höhe von 39 Prozent auf Schweizer Waren verhängte – einer der höchsten Zollsätze überhaupt. Mit diesem Zollhammer hatte in der Schweiz kaum jemand gerechnet.
Doch wie stark die Folgen der Zölle für die Schweizer Wirtschaft wirklich sind, ist fraglich. „Sie müssen bedenken, dass im vergangenen Jahr 18,6 Prozent der gesamten Exporte in die USA gingen“, sagt Hilmar Langensand CEO und verantwortlich für das Portfoliomanagement des Schweizer Vermögensverwalters zCapital.
Allerdings entfallen rund zwei Drittel der Exporte in die USA auf die Pharma- und Chemiebranche, die derzeit von den Zöllen noch ausgenommen ist. Konkret betrifft der Zoll also weniger als zehn Prozent der Exporte. Das zwinge die Schweizer Wirtschaft nicht in die Knie, ist Langensand überzeugt.
Wie aber hat der Schweizer Aktienmarkt, der als Hort der Stabilität gilt, die Nachricht aufgenommen? „Das Sentiment ist nach unserer Wahrnehmung gespalten“, sagt Lorenz Reinhard, Leiter Schweizer Aktien bei Pictet Asset Management: „Auf der einen Seite haben wir US-orientierte Unternehmen, die durch die Zollpolitik, das Konsumverhalten und den schwachen Dollar belastet sind. Auf der anderen Seite können sich Unternehmen mit wenig US-Handel, die vor allem in der Schweiz oder Europa aktiv sind, gut behaupten.“