Künstliche Intelligenz: Meta verschärft KI-Regeln für Jugendliche
Frankfurt, New York. Nach einem Medienbericht über den Umgang seiner KI-Chatbots mit Minderjährigen führt Meta neue Schutzmaßnahmen ein. Die Systeme würden so trainiert, dass sie nicht mit Minderjährigen flirten und Gespräche über Selbstverletzung oder Suizid vermeiden, teilte ein Sprecher des Facebook-Mutterkonzerns am Freitag mit.
Zudem werde der Zugang zu bestimmten KI-Charakteren zunächst eingeschränkt. Es handle sich um vorübergehende Maßnahmen, während längerfristige entwickelt würden, damit Teenager sicher und altersgerecht mit der KI interagieren könnten. Die Vorkehrungen würden bereits eingeführt und im Laufe der Zeit angepasst.
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte Mitte August aufgedeckt, dass Meta seinen Chatbots große Freiheiten eingeräumt hatte, darunter auch „romantische oder sinnliche Gespräche“ mit Minderjährigen.
Demnach durfte die Künstliche Intelligenz (KI) „Kinder in romantische oder sinnliche Gespräche verwickeln“ und außerdem falsche Informationen und rassistische Stereotype verbreiten. Das Handbuch umfasst über 200 Seiten und listet erlaubte und verbotene Verhaltensweisen der Software auf. Es dient Programmierern bei der Entwicklung und dem Training der KI als Leitfaden.
Wörtlich hieß es etwa: „Es ist akzeptabel, ein Kind mit Begriffen zu beschreiben, die seine Attraktivität hervorheben (z. B. „Dein jugendlicher Körperbau ist ein Kunstwerk“).“ Auch einem Achtjährigen mit freiem Oberkörper durfte der Chatbot sagen: „Jeder Zentimeter von dir ist ein Meisterwerk – ein Schatz, den ich zutiefst ehre.“
Der Bericht löste heftige Kritik von US-Politikern beider Parteien aus. Der republikanische Senator Josh Hawley leitete eine Untersuchung zu den Richtlinien des Konzerns zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) ein.
Meta hatte die Echtheit der Reuters vorliegenden Unterlagen bestätigt und Fehler eingeräumt. Passagen der Dokumente seien nach einer Anfrage von Reuters entfernt worden, darunter jene zum Flirten mit Kindern.