Technologie: Infineon positioniert sich für das Auto der Zukunft
München. Es ist ein teurer Deal: Für das Zehnfache des Jahresumsatzes hat Infineon diesen Sommer die Ethernet-Sparte des amerikanischen Mitbewerbers Marvell übernommen. 2,5 Milliarden Dollar bezahlte Europas größter Chiphersteller für eine Division, die Unternehmensangaben zufolge lediglich ein paar Hundert Beschäftigte zählt.
Um beim softwaredefinierten Fahrzeug, einer der größten Umwälzungen der Autobranche seit Jahrzehnten, vorn mit dabei zu sein, sei der Deal jedoch von entscheidender Bedeutung, meint Peter Schiefer, Chef der Autosparte von Infineon. „Wir können jetzt – bis auf die Hochleistungsprozessoren – alle relevanten Komponenten für das softwaredefinierte Auto anbieten“, sagte der Manager dem Handelsblatt.
„Damit reduzieren wir die Komplexität bei unseren Kunden und helfen ihnen, ihre Produkte schneller auf den Markt zu bringen.“ Infineon verfüge nun über das branchenweit breiteste Portfolio für das softwaredefinierte Fahrzeug. „Damit heben wir uns vom Wettbewerb ab“, so Schiefer.
Der Dax-Konzern ist der weltweit umsatzstärkste Anbieter von Autochips. Der Erfolg der Münchener hängt stark von diesem Geschäft ab: Im jüngsten Quartal erwirtschaftete die Autosparte gut die Hälfte vom Umsatz und des operativen Gewinns.