Verteidigung: Wie deutsche Firmen an die Ukraine-Milliarden kommen können
Riga, Berlin. Die EU-Kommissionschefin hat das Ziel mit einem plakativen Bild beschrieben: Die Ukraine müsse in ein „stählernes Stachelschwein“ verwandelt werden, forderte Ursula von der Leyen schon im März – „unverdaulich für künftige Invasoren“.
Das Land braucht Waffen, um sich im Krieg gegen die russische Armee zu behaupten. Und es soll hochgerüstet werden, damit Kremlchef Wladimir Putin nach einem Friedensschluss, der momentan noch in weiter Ferne liegt, nicht ein zweites Mal angreift.
Für das laufende Jahr plant die Regierung in Kiew Rekordinvestitionen von umgerechnet 16 Milliarden Euro für die Waffenproduktion und -beschaffung. Das entspreche etwa 38 Prozent des Staatshaushalts und dem 20-Fachen der Vorkriegsausgaben, heißt es in einer neuen Analyse der bundeseigenen Außenwirtschaftsagentur Germany Trade & Invest (GTAI) über die Aufrüstung an der Nato-Ostflanke und in der Ukraine. Sie liegt dem Handelsblatt vor.
Deutsche Unternehmen profitieren längst von der „Operation Stachelschwein“:
- So hat beispielsweise der Sensorspezialist Hensoldt im Juli 2025 einen Auftrag im Volumen von 340 Millionen Euro zur Lieferung von Radarsystemen erhalten.
- Der Drohnenhersteller Quantum Systems will in diesem Jahr seine Produktionskapazitäten in der Ukraine verdoppeln.
- Rheinmetall hat mit dem Staatskonzern Ukraine Defense Industry ein Joint Venture zur Wartung und Fertigung von Schützenpanzern gegründet.
Aber auch für Unternehmen abseits der klassischen Verteidigungsindustrie können sich Aufträge ergeben. So ist die Ukraine für die Produktion von Artilleriemunition und Raketen beispielsweise auf Nitrocellulose angewiesen, die auch als „Schießbaumwolle“ bekannt ist. Sie wird bisher vor allem aus China importiert.