Volkswagen: VW plant einheitliche Software für alle Antriebe
München. Der Autobauer Volkswagen baut seine Softwarestrategie um – und erwägt erstmals, in Europa und den USA ein einheitliches Betriebssystem für Elektroautos und Verbrennerfahrzeuge zu entwickeln. In China verfolgt der Konzern diesen Kurs bereits.
„Wir prüfen derzeit, wie wir auch unsere Verbrennermodelle und die entsprechenden Fahrzeugplattformen im Volkswagen-Konzern weiterhin digital voll leistungsfähig halten können“, bestätigt Peter Bosch, Chef der Softwaresparte Cariad, im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Finale Entscheidungen sind hierzu noch nicht getroffen.“ Weitere Details, etwa zu Zuständigkeiten, gab er nicht bekannt.
Ein Konzernsprecher teilte mit, „längerfristig“ sollten alle Elektrik-Elektronik-Architekturen des Konzerns in der westlichen Welt „konvergieren“. Einen Zeitpunkt dafür nennt das Unternehmen nicht.
Als Elektrik-Elektronik-Architektur (EEA) bezeichnen Autohersteller die grundlegenden Rechner- und Softwarestrukturen in ihren Fahrzeugen – ähnlich einem Betriebssystem auf Computern.
Vorbereitung auf neue EU-Regulatorik
Der angekündigte Kurswechsel in der Software trifft auf eine neue Marktrealität. So hat die VW-Sportwagentochter Porsche angekündigt, Benziner und Hybride länger als bisher geplant zu produzieren. Auch andere Konzernmarken erwägen, bestimmte Verbrennermodelle in Europa länger im Programm zu halten.