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ChipindustrieChina wirft Nvidia Wettbewerbsverstöße vor

Während der laufenden Handelsgespräche mit den USA erhöhen Chinas Behörden den Druck. Sie ermitteln gegen mehrere US-Chipkonzerne und werfen Nvdia vor, gegen das Kartellrecht zu verstoßen.Sabine Gusbeth 15.09.2025 - 12:34 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Logo von Nvidia: China erhöht den Druck. Foto: REUTERS

Peking. China wirft dem US-Chipkonzern Nvidia vor, in der Volksrepublik gegen das Kartellrecht zu verstoßen. Das Ergebnis einer vorläufigen Untersuchung gab die chinesische Wettbewerbsbehörde SAMR am Montag bekannt. Das Timing ist pikant, da Vertreter Chinas und der USA derzeit in Madrid über eine Annäherung im Handelsstreit verhandeln. Die Aktien von Nvidia fielen im vorbörslichen Handel um 2,6 Prozent.

Auffällig ist zudem, dass Chinas Behörden seit Samstag eine ganze Reihe von Untersuchungen gegen US-Chipkonzerne eingeleitet haben. So kündigte das Handelsministerium eine Anti-Dumping-Untersuchung bei sogenannten Analogchips aus den USA an. Dabei handelt es sich um Halbleiterbausteine, die unter anderem in Stromversorgung, Sensorik und Motorsteuerungen eingesetzt werden. Diese werden unter anderem von den US-Konzernen Texas Instruments und Analog Devices hergestellt.

Kurz darauf kündigte das Ministerium zudem eine Antidiskriminierungsuntersuchung an, die die US-Tech-Beschränkungen im Chipsektor unter die Lupe nimmt. Damit erhöht Chinas Staatsführung den Druck auf die USA.

USA wollen Chinas technologische Aufholjagd bremsen

Die USA versuchen, mit Exportbeschränkungen die rasante technologische Aufholjagd Chinas zu bremsen. Insbesondere das im Oktober 2022 verhängte US-Exportembargo für die Lieferung von Hightech-Chips sowie von modernen Maschinen zu deren Produktion trifft China hart. Peking kritisiert die Exportbeschränkungen immer wieder.

US-Präsident Donald Trump hatte die Tech-Restriktionen im Frühjahr vorübergehend weiter verschärft und den Export sogenannter H20-Chips des US-Konzerns Nvdia nach China zwischenzeitlich verboten. Dabei handelt es sich um eine abgespeckte Version des Grafikprozessors H100, den Nvidia speziell für den wichtigen chinesischen Markt entwickelt hat, nachdem die US-Regierung unter Joe Biden 2023 Exportbeschränkungen eingeführt hatte.

China will heimische Chipindustrie stärken

Chinas Behörden warnten allerdings vor schwerwiegenden Sicherheitslücken bei den Nvidia-Chips. So wird dem Konzern vorgeworfen, eine Fernabschaltfunktion sowie Standortverfolgung eingebaut zu haben.

Ende Juli wurden Nvidia-Vertreter vorgeladen, um über Sicherheitsrisiken zu sprechen. Der Chipkonzern weist die Vorwürfe zurück. Die Staatsführung versucht bereits seit Langem, die heimische Chipindustrie zu stärken, um unabhängiger von Tech-Importen zu werden. In diesem Zusammenhang dürften auch die jüngsten Untersuchungen gegen US-Chipkonzerne stehen.

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Der Konzern steht in China bereits seit Längerem unter Beobachtung. Im Jahr 2020 hatte Nvidia den israelisch-amerikanischen Konkurrenten Mellanox übernommen, der sich auf Netzwerktechnologie spezialisiert hat. Die chinesischen Behörden hatten dem Deal nur unter der Voraussetzung zugestimmt, dass weiter Komponenten an chinesische Unternehmen geliefert werden.

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