Tennet: „Die neue Bundesregierung hat Interesse bekundet, ebenfalls bei Tennet einzusteigen“
Düsseldorf, Berlin. Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet Germany sieht den Einstieg dreier Investoren als Beleg für die Attraktivität des Standorts Deutschland. „Infrastruktur in Deutschland ist für Investoren interessant. Das gilt gerade in diesen geopolitisch instabilen Zeiten“, sagte Tim Meyerjürgens, Chef von Tennet Germany, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Deutschland gelte als sicherer Hafen, das Land stehe „inzwischen mehr für Planbarkeit als die USA“.
Bei Investoren herrsche allerdings die Erwartung, dass die Bundesnetzagentur handele und den Übertragungsnetzbetreibern angemessene Renditen ermögliche. Der Ausbau der Stromübertragungsnetze in Europa werde bis 2050 voraussichtlich 800 Milliarden Euro kosten. „Das lässt sich nur finanzieren, wenn das Netzgeschäft auch für private Investoren attraktiv bleibt“, sagte der Unternehmenschef.
Meyerjürgens erklärte, die neue Bundesregierung habe Interesse bekundet, bei Tennet Germany einzusteigen. Der niederländische Staat sei offen dafür, mit der deutschen Regierung darüber zu sprechen. Entsprechende Gespräche waren in der vergangenen Legislaturperiode gescheitert. Die niederländische Tennet Holding, die komplett dem niederländischen Staat gehört, bleibt auch nach dem Einstieg der Investoren Mehrheitseigner bei Tennet Germany.