Infrastruktur: Bundeswirtschaftsministerin Reiche wirbt um Investorengeld
Frankfurt. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) beobachtet ein großes Interesse internationaler Investoren an Energie- und Infrastrukturprojekten in Deutschland.
„Der Glaube an den Standort ist da“, sagte Reiche am Mittwoch bei der Kapitalmarktkonferenz Energie und Infrastruktur von KfW und Deutscher Bank in Frankfurt. Deutschland benötige für Wachstum einen staatlichen Impuls durch die geplanten Milliardenausgaben für Infrastruktur und Klimaneutralität, aber auch Gelder von Investoren weltweit.
Staatliches Kapital reiche „bei Weitem“ nicht aus, sagte auch der KfW-Vorstandsvorsitzende Stefan Wintels. „Wir müssen deutlich mehr privates Kapital aus Deutschland und international mobilisieren und dabei globale Kapitalmärkte für die Energiewende gewinnen“, sagte er auf der Konferenz, an der 50 institutionelle Investoren teilnahmen.
Dazu gehörten die Beteiligungsgesellschaften KKR und Apollo sowie Vertreter des norwegischen Staatsfonds, der weltweit Kapital von mehr als zehn Billionen Euro investiert.
Auch Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing registriert „großes Interesse internationaler Investoren am Standort Deutschland“, sagte er. „Privates Kapital ist der Schlüssel, um unsere Energieversorgung und unsere Infrastruktur insgesamt zu modernisieren und das Potenzial unserer Wirtschaft freizusetzen.“
Ausstieg aus Energiekonzernen Uniper und Sefe
Reiche sprach zudem über den geplanten Verkaufsprozess der Energiekonzerne Uniper und Sefe. Die Ministerin zeigte sich zuversichtlich. „Ich nehme mit Interesse zur Kenntnis, dass beide Unternehmen als interessant, als attraktiv eingeschätzt werden“, sagte sie. Dass große, gut aufgestellte Player in der Energiewelt von Interesse seien, sei nach der Energieversorgungskrise ein gutes Zeichen.
Die Bundesregierung hatte 2022 etwa 20 Milliarden Euro ausgegeben, um sowohl Sefe als auch die ehemalige Gazprom-Tochter Uniper zu retten. Nachdem Russland seine Gaslieferungen nach Deutschland zunächst gedrosselt und später eingestellt hatte, mussten die Unternehmen kurzfristig Gas zu sehr hohen Preisen beschaffen, um ihre Lieferverpflichtungen zu erfüllen.