PCE-Index: US-Inflationsmaß zieht an
Düsseldorf. Der Preisdruck in den USA nimmt zu. Die anhand des PCE-Index ermittelte Inflation lag im August auf Jahressicht bei 2,7 Prozent. Dies geht aus am Freitag veröffentlichten Daten des US-Handelsministeriums hervor. Ökonominnen und Ökonomen hatten diesen Wert prognostiziert.
Der PCE-Index misst die Konsumausgaben der US-Haushalte. Sein Wachstum wird von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) als bevorzugtes Inflationsmaß verwendet. Der private Konsum gilt als Antrieb der US-Wirtschaft.
Die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel aus dem Index ausgeklammert werden, lag im August bei 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Somit stagnierte die Kerninflation zwischen Juli und August. Der Gesamtindex lag hingegen im Juli noch etwas niedriger bei 2,6 Prozent.
Zugleich lieferten die neuen Daten des US-Handelsministeriums gute Nachrichten. Die Ausgaben der Konsumentinnen und Konsumenten stiegen um 0,6 Prozent. Im Juli wurde noch ein Anstieg von 0,5 Prozent verzeichnet.
Die US-Notenbank strebt eine langfristige Inflation von zwei Prozent an. Fed-Chef Jerome Powell hatte den weiteren Kurs der Notenbank zuletzt offengelassen. „Die kurzfristigen Inflationsrisiken sind nach oben und die Beschäftigungsrisiken nach unten gerichtet.“
Die Fed hatte den Leitzins bei ihrer Sitzung Mitte September um einen Viertelprozentpunkt nach unten gesetzt. Der Schlüsselsatz liegt seither im Bereich von 4,00 bis 4,25 Prozent.
Inflation in den USA könnte weiter zulegen
Die US-Notenbank hat ein sogenanntes duales Mandat und muss sich sowohl um Vollbeschäftigung als auch um Preisstabilität kümmern. Die Verbraucherpreise (CPI) waren im August auf 2,9 Prozent gestiegen. So erwartet etwa die OECD ihrer jüngsten Prognose zufolge, dass die Inflation in den USA im kommenden Jahr bei drei Prozent liegen wird.
Dennoch liefern die Augustdaten aus Sicht von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank (HCOB), „keinen Grund zur Panik“. Stattdessen seien sie eher ein Grund zur Beruhigung, da es keinen stärkeren Anstieg der Inflation gab. Auch nach Einschätzung von NordLB-Analyst Tobias Basse sprechen die aktuellen Daten nicht per se gegen weitere vorsichtige Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank.
Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters.