Henrik Matthies: „Ich bin erschüttert, dass aus DiGA bisher nicht mehr gemacht wurde“
Berlin. Henrik Matthies ist Betriebswirt und Unternehmer mit Fokus auf digitale Gesundheitsinnovationen. Nach Stationen bei Bertelsmann und seiner Promotion an der RWTH Aachen gründete er mehrere Technologieunternehmen, darunter Mimi Hearing Technologies, das sich auf digitale Hörtests und Sound-Personalisierung spezialisiert hat.
Von 2019 bis Ende 2021 leitete er den Health Innovation Hub (hih) des Bundesgesundheitsministeriums. Unter anderem wirkte er dort am DiGA-Fast-Track-Verfahren mit, das digitale Gesundheitsanwendungen erstmals systematisch in die Regelversorgung brachte. 2022 gründete Matthies die Forschungsdatenplattform Honic, die Gesundheitsdaten aus der Versorgung datenschutzkonform für Forschung nutzbar macht.
Herr Matthies, welches digitale Gesundheitstool nutzen Sie am häufigsten?
Meinen Oura-Ring – ein Wearable, das biometrische Daten wie Schlafqualität und Stresslevel misst. Das hilft mir enorm, ein objektives Feedback zu bekommen: Habe ich wirklich gut geschlafen? Bin ich gerade gestresst – oder fühlt es sich nur so an? Warum mir das hilft? In der Vergangenheit habe ich oft bis zur Belastungsgrenze und darüber hinaus gearbeitet. Ich bin offensichtlich nicht gut darin, meine Gesundheit subjektiv gut einzuschätzen. Der Ring verhilft mir zu einer zusätzlichen, datenbasierten Perspektive auf mein Wohlbefinden.