Banken: Ex-Mitarbeiter verklagen Deutsche Bank in London
Frankfurt. Fünf ehemalige Manager der Deutschen Bank haben in London eine millionenschwere Klage gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber eingereicht. „Unsere umfassende Untersuchung der Sachverhalte hat uns zu der Überzeugung geführt, dass die Bank und ihre Geschäftsleitung sich sehr schwerwiegender Verfehlungen schuldig gemacht haben“, teilte Khaled Khatoun von der Kanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan mit, der vier der fünf ehemaligen Deutschbanker vertritt.
Das Verfahren sei in Zusammenarbeit mit führenden Rechtsanwälten vorbereitet worden. Die Klage ist elektronischen Gerichtsdaten zufolge am 30. September eingereicht worden und richtet sich gegen die Bank und britische Tochtereinheiten, zumindest bislang aber nicht gegen Vorstandschef Christian Sewing persönlich.
Die Kläger geben der Bank eine Mitschuld daran, dass sie in einem Strafverfahren in Italien 2019 zunächst zu Haftstrafen verurteilt wurden, bevor ein Berufungsgericht sie drei Jahre später freisprach.
Der prominenteste Kläger unter ihnen ist Michele Faissola, einst Chef der Vermögensverwaltungssparte des Geldhauses. Ein weiterer Ex-Mitarbeiter, Dario Schiraldi, hatte bereits im vergangenen Jahr eine ähnliche Klage in Frankfurt eingereicht. Er fordert 152 Millionen Euro Schadenersatz, wie das Institut in seinem Geschäftsbericht 2024 offengelegt hat.