Krankenkassen: Wo 47 Milliarden Euro Einsparpotenzial liegen
Berlin. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen steigen seit Jahren schneller als ihre Einnahmen. Das Defizit liegt derzeit bei rund zwei Milliarden Euro, zeitweise waren es sogar vier Milliarden. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will trotzdem verhindern, dass die Beitragssätze weiter steigen. Mit einem Sparpaket sollen zwei Milliarden Euro eingespart werden, vor allem in Krankenhäusern und bei Krankenkassen.
Eine neue Studie mit dem Titel „Effizienzpotenziale von Innovationen im Gesundheitswesen“ kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass sich die Finanzen im Gesundheitswesen auch auf einem anderen Weg stabilisieren ließen. Das Forschungsinstitut Prognos hat im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) berechnet, wie stark Innovation und Digitalisierung die Kosten im Gesundheitswesen senken könnten. Demnach ließe sich durch konsequenten Einsatz digitaler Prozesse, Künstlicher Intelligenz (KI) und von OP-Robotern bis 2045 ein zweistelliger Milliardenbetrag einsparen.
Über die kurzfristigen Sparmaßnahmen Warkens hinaus soll sich künftig auch die „Finanzkommission Gesundheit“ um langfristige Reformen kümmern. Warken betonte zuletzt, es gebe für die zehn von ihr im September eingesetzten unabhängigen Expertinnen und Experten „keine Denkverbote“.