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PharmaindustrieBieterduell um Metsera – Pfizer zieht mit Novo gleich

Pfizer und Novo Nordisk ringen um die Biotechfirma Metsera – und um die Führung im Markt für Abnehmpräparate. Zugleich senken Novo und Eli Lilly die Preise ihrer Schlankheitsmittel. 06.11.2025 - 22:24 Uhr Artikel anhören
Novo Nordisk CEO Doustdar im Weißen Haus: „Unsere Botschaft an Pfizer lautet: Wenn Sie das Unternehmen kaufen wollen, dann greifen Sie in die Tasche“. Foto: AP

New York, London. Im milliardenschweren Wettlauf um neue Abnehmmittel liefern sich Pfizer und Novo Nordisk ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die US-Biotechfirma Metsera. Pfizer hat laut „Financial Times“ das rund zehn Milliarden Dollar schwere Gebot von Novo Nordisk nachgezogen, nachdem der dänische Konzern sein Angebot zuvor erhöht hatte.

Reuters hatte zuvor berichtet, Pfizer wolle sein Angebot bis zur Frist am Mittwoch um Mitternacht nachbessern, nachdem ein Gericht den Versuch des US-Konzerns abgelehnt hatte, Novos höheres Gebot zu blockieren. Laut einem Anwalt von Novo lief dessen Angebot am Donnerstag um 16.00 Uhr (MEZ) aus. Weder Pfizer noch Metsera bestätigten bislang eine neue Offerte.

Novo-Chef Mike Doustdar sagte bei einer Veranstaltung im Weißen Haus, dass das Angebot seines Unternehmens höher sei als das des Konkurrenten Pfizer. „Ab heute ist unser Angebot höher, und unsere Botschaft an Pfizer lautet: Wenn Sie das Unternehmen kaufen wollen, dann greifen Sie in die Tasche und bieten Sie mehr“, sagte Doustdar.

Die Metsera-Aktie legte am Donnerstag in New York um zehn Prozent zu und hat seit Bekanntwerden von Novos Einstieg in das Rennen rund 50 Prozent gewonnen.

Pfizer versucht, den im September vereinbarten Deal zu retten, nachdem Novo in der vergangenen Woche die ursprüngliche Offerte über 7,3 Milliarden Dollar überboten hatte. Metsera entwickelt neuartige GLP-1-Medikamente zur Gewichtsreduktion – ein Markt, der laut Analystenschätzungen bis Anfang des nächsten Jahrzehnts ein Volumen von 150 Milliarden Dollar erreichen könnte.

Handelskonflikt

„TrumpRX“ zwingt Industrie zu billigeren Medikamenten – europäische Pharma-Aktien steigen

Novo hatte hinter den Kulissen in den vergangenen Monaten bereits mehrere Offerten unterbreitet und stuft sein neues Gebot als rechtlich unbedenklich ein. Pfizer dagegen hält das Angebot des dänischen Pharmakonzerns für wettbewerbsrechtlich problematisch. Der Machtkampf zeigt, wie hart die Pharmariesen um eine führende Position im lukrativen, aber zunehmend umkämpften Markt für Abnehmpräparate ringen.

Novo Nordisk will damit verlorenes Terrain gegenüber dem US-Rivalen Eli Lilly zurückgewinnen, während Pfizer versucht, nach mehreren Rückschlägen in das boomende Geschäft einzusteigen. "Manche Vermögenswerte sind es einfach wert, darum zu kämpfen", sagte Peter Kolchinsky, Managing Partner beim Biotech-Investor RA Capital und einer der größten Anteilseigner von Metsera.

Lilly und Novo wollen Abnehmmedikamente billiger machen

Bei der gleichen Veranstaltung haben Novo Nordisk und der Konkurrent Eli Lilly mit der Trump-Regierung Vereinbarungen getroffen, um die Preise für ihre Blockbuster-Medikamente zur Gewichtsreduktion drastisch zu senken – im Gegenzug für Zoll-Erleichterungen und einen erweiterten Zugang für Medicare-Patienten.

Novo Nordisk-CEO Doustdar und Eli Lilly-CEO Ricks schütteln sich im Weißen Haus die Hände: Nach einer Vereinbarung mit Trump sollen ihre Abnehmmittel günstiger werden. Foto: REUTERS

Die Abkommen sollen laut hochrangigen Regierungsvertretern dafür sorgen, dass einige der beliebtesten Medikamente der Welt bestimmten Medicare-Versicherten – also älteren Amerikanern – zur Verfügung stehen.

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Die Produkte der beiden Unternehmen erhalten demnach eine dreijährige Schonfrist von den anstehenden Zöllen auf Arzneimittelimporte, sagte ein Regierungsvertreter. Die Konditionen ähneln jenen, die Konkurrenten in früheren Preisabkommen ausgehandelt hatten.

„Das ist ein Triumph für amerikanische Patienten, der Leben retten und die Gesundheit von Millionen und Abermillionen Amerikanern verbessern wird“, sagte Trump im Oval Office vor Reportern. Die derzeitigen Listenpreise der Medikamente in den USA liegen bei über 1.000 Dollar pro Monat.

rtr, Bloo
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