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USANeue Dokumente im Fall Epstein könnten Trump schwer belasten

Die Demokraten veröffentlichen eine E-Mail. Laut der mutmaßlichen Korrespondenz Jeffrey Epsteins habe der heutige US-Präsident „Stunden“ mit einem Opfer des Sexualstraftäters verbracht.Felix Stippler 12.11.2025 - 20:55 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Trump und Epstein auf einem Plakat: Der Straftäter hat den heutigen US-Präsidenten mutmaßlich in mehreren E-Mails erwähnt. Foto: REUTERS

Düsseldorf. Die Affäre um mögliche Kenntnisse über das Missbrauchssystem des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein setzt US-Präsident Donald Trump erneut unter Druck. Am Mittwoch haben demokratische Mitglieder eines Gremiums des US-Repräsentantenhauses E-Mail-Korrespondenzen Epsteins veröffentlicht, in denen er Trump mehrfach erwähnt.

Sollte das Dokument echt sein, dürfte es Trump in Bedrängnis bringen. Epstein soll im April 2011 an seine damalige Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell geschrieben haben, dass Trump „in meinem Haus Stunden“ mit einem der zahlreichen Opfer Epsteins – der Name ist geschwärzt – verbracht haben soll.

„Trump ist der Hund, der niemals gebellt hat“, schrieb Epstein an Maxwell. „Daran hab ich auch schon gedacht“, antwortete diese damals. Maxwell wurde nach Epsteins Tod in Untersuchungshaft als dessen Tathelferin wegen Menschenhandels und diverser Sexualdelikte zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Republikanische Abgeordnete des „Ausschusses Aufsicht und Rechenschaft“ wiederum haben auf der Plattform X den in den Mails geschwärzten Namen kenntlich gemacht. Ihnen zufolge handelt es sich bei der Frau um Virginia Giuffre.

Giuffre wurde vom FBI als Opfer von Epsteins Missbrauchssystem identifiziert und reichte später – zunächst anonym – Zivilklage ein. Sie war das erste Opfer, das letztlich die Öffentlichkeit suchte.

Guiffre hat Trump nie belastet

Nach eigenen Angaben ist sie in den frühen 2000er-Jahren von Maxwell rekrutiert worden, als sie in Trumps benachbartem Anwesen Mar-a-Lago arbeitete. In den darauffolgenden zwei Jahren sollen Maxwell und Epstein die zunächst noch Minderjährige dazu gezwungen haben, mit mehreren berühmten Männern zu schlafen.

Allerdings hatte Giuffre Trump in der Vergangenheit entlastet. 2016 sagte sie eidesstattlich aus, dass sie den heutigen US-Präsidenten nie dabei gesehen hätte, wie er sich an den Missbrauchsfällen beteiligt habe.

Die Demokraten haben E-Mails veröffentlicht, die neue Fragen über die Beziehung des US-Präsidenten zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Epstein aufwerfen. Das Weiße Haus wirft den Demokraten vor, ein „falsches Narrativ“ zu verbreiten.

Auch in ihren im Oktober veröffentlichten Memoiren „Nobody's Girl“, in denen sie unter anderem von der Vergewaltigung durch einen Premierminister schreibt, gibt es keine Anschuldigungen gegen Trump. Im April 2025 starb Virginia Giuffre durch Suizid.

Den Republikanern zufolge sei das Schwärzen des Namens kein Schutz von Opfern, sondern ein Beweis dafür, dass die Demokraten versuchten, ein falsches Narrativ zu verbreiten, um Trump zu schädigen.

Allerdings haben die Demokraten zwei weitere E-Mail-Unterhaltungen veröffentlicht, zwischen Epstein und dem Journalisten Michael Wollf. Eine davon ist auf das Jahr 2019 datiert, damals saß Trump in seiner ersten Amtszeit als US-Präsident bereits im Weißen Haus. „Natürlich wusste er von den Mädchen“, schrieb Epstein damals an den Journalisten.

2019 wurde Epstein verhaftet. Die Staatsanwaltschaft warf dem damals bereits als Sexualstraftäter verurteilten Unternehmer und Investor vor, jahrelang teilweise minderjährige Frauen und Mädchen sexuell misshandelt und an Klienten vermittelt zu haben. Kurz nach seiner Verhaftung starb Epstein in seiner Gefängniszelle. Offiziellen Angaben zufolge beging er Suizid.

Problematische Kausa für Trump

Für Trump gibt es wohl kaum eine problematischere innenpolitische Angelegenheit als die Epstein-Affäre. Denn in der Causa greifen ihn nicht nur die von ihm ohnehin verachteten Demokraten und US-Medien an, sondern auch seine eigenen Anhänger.

Die MAGA-Bewegung (Make America Great Again) fordert, dass der Fall vollends aufgeklärt werden soll. Trump hat selbst im Wahlkampf noch versprochen, die Akten öffentlich zu machen, sollte er Präsident werden. US-Medien haben berichtet, dass der US-Präsident im Frühjahr darüber informiert sein soll, dass sein eigener Name in den Akten vorkommt.

Trump-Watch

Nach dem Ende des Shutdowns: Demokraten ringen um Einheit, Trump-Team bereitet Wahlgeschenke vor

13.11.2025
Abspielen 39:02

Der Nachrichtenagentur dpa sagte Karoline Leavitt, Sprecherin der US-Regierung, es handele sich um böswillige Versuche, von den Erfolgen Trumps abzulenken. Jeder US-Amerikaner mit gesundem Menschenverstand durchschaue den Schwindel.

Am Abend äußerte sich Trump auf seiner Plattform „Truth Social“ ähnlich. Die Demokraten hätten im Vorfeld der Abstimmung des Repräsentantenhauses über den Haushalts-Shutdown am Mittwoch eine „Falle“ gestellt.

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Epstein und Trump haben sich gekannt, so viel ist klar. Laut Trumps eigenen Aussagen dürften die beiden auch befreundet gewesen sein. „Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Ein großartiger Typ, es macht Spaß mit ihm. Man hört, er mag schöne Frauen genauso sehr wie ich – viele davon sind etwas jünger. Jeffrey genießt sein Sozialleben, keine Zweifel“, sagte Trump dem „New York Magazine“ 2002.

Nachdem Epstein 2019 verhaftet worden war, erklärte Trump, dass er den Kontakt zu ihm bereits vor vielen Jahren abgebrochen habe.

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