Energiewende: Grüngas-Quote könnte Verbraucher pro Jahr 178 Euro kosten
Berlin. Die von der Bundesregierung geplante Grüngas-Quote könnte für private Haushalte und Industrie teuer werden. Das zeigt eine gemeinsame Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Wuppertal Instituts (WI), die von der Klimaschutzorganisation Bellona in Auftrag gegeben wurde. Die Studie liegt dem Handelsblatt exklusiv vorab vor.
Ziel der Quote ist es, den Markt für Wasserstoff und andere grüne Gase anzukurbeln. Die Autoren der Studie kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass die Nachteile einer Grüngas-Quote gegenüber möglichen Vorteilen überwiegen – unabhängig davon, wie das Instrument konkret ausgestaltet wird.
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Die Grüngas-Quote gehört zu den energiepolitischen Vorhaben der Koalition aus CDU, CSU und SPD und ist bereits im Koalitionsvertrag verankert. Sie verpflichtet Gaslieferanten dazu, steigende Mengen klimafreundlicher Gase, die aus erneuerbaren Quellen stammen, wie Biogas, synthetisches Methan oder grünen Wasserstoff, in das Erdgasnetz einzuspeisen.
Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, man prüfe derzeit, wie geeignete Instrumente für den Hochlauf des Wasserstoffmarktes ausgestaltet und zeitnah realisiert werden könnten, darunter auch die Option einer Grüngas-Quote. Die Prüfung umfasse insbesondere auch, inwieweit ein solches Instrument möglichst bürokratiearm und effektiv die Nachfrage insbesondere nach grünem und kohlenstoffarmen Wasserstoff und damit das nachhaltige Entstehen einer Wasserstoffwirtschaft unterstützen könne. Man nehme die Sorgen bezüglich etwaiger Mehrbelastungen und Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit sehr ernst, sagte ein Ministeriumssprecher.