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Schweizer GroßbankUBS-Präsident sprach wohl in Washington über Umzug in die USA

Einem Bericht zufolge denkt das Geldhaus wegen strengerer Vorschriften in seinem Heimatland ernsthaft darüber nach, den Firmensitz in die USA zu verlegen. 17.11.2025 - 16:50 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Colm Kelleher: Die UBS und die Schweiz streiten über strengere Kapitalregeln. Foto: Bloomberg

Zürich. UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher hat einem Medienbericht zufolge in den vergangenen Monaten mit US-Finanzminister Scott Bessent über eine Verlegung des Hauptsitzes der Schweizer Großbank in die USA gesprochen.

Das Institut aus Zürich prüfe Notfallpläne für einen Abschied aus der Schweiz, falls die Regierung bei neuen Kapitalvorschriften nicht einlenke, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf drei mit dem Vorgang vertraute Personen.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump sei demnach offen für die Aufnahme des Konzerns. „Wie wir wiederholt gesagt haben, wollen wir weiterhin erfolgreich als globale Bank von der Schweiz aus tätig sein“, erklärte ein UBS-Sprecher.

Hintergrund ist der Streit über geplante strengere Vorschriften. Die Schweizer Regierung will die UBS zwingen, zusätzliches Kapital in Höhe von 26 Milliarden Dollar zu halten. Die UBS hat diesen Schritt als „extrem“ und unverhältnismäßig bezeichnet und argumentiert, die neuen Anforderungen würden ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.

Dem „FT“-Bericht zufolge ziehen es UBS-Topmanager vor, in der Schweiz zu bleiben, wenn sie das Parlament davon überzeugen können, die geplanten Auflagen zu senken. Sie sähen sich jedoch in der treuhänderischen Pflicht, alle Optionen zu prüfen, hieß es weiter.

UBS-Zentrale in Zürich: Die Bilanzsumme der Großbank übersteigt das Doppelte der Schweizer Wirtschaftsleistung. Foto: Bloomberg/Getty Images

Ein Ende September veröffentlichter Gesetzentwurf der Schweizer Regierung, des Bundesrates, sieht vor, dass Auslandsbeteiligungen künftig zu 100 Prozent mit Eigenkapital auf Ebene der Konzernmutter mit Sitz in der Schweiz gedeckt werden sollen. Der Entwurf räumt jedoch eine Übergangszeit von sieben Jahren ein, um das Kapital aufzubringen.

Die Regierung in Bern will mit den schärferen Regeln ein Debakel wie bei der 2023 zusammengebrochenen und von der UBS geretteten Credit Suisse verhindern. Im März 2023 war die einst zweitgrößte Schweizer Bank Credit Suisse in Schieflage geraten und musste anschließend mit mehr als 250 Milliarden Franken (rund 260 Milliarden Euro) gestützt werden.

Die UBS übernahm schließlich den früheren Hauptkonkurrenten in einer staatlich orchestrierten Notübernahme. Seither kommt die UBS auf eine Bilanzsumme, die das Doppelte der Wirtschaftsleistung der Schweiz übersteigt – ein Risiko, das Politiker und Aufseher gleichermaßen mit Unbehagen betrachten.

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Das Top-Management der UBS fürchtet jedoch, dass die strikten Eigenkapitalanforderungen die Großbank im weltweiten Wettbewerb schwächen. Diese würden zudem die Fähigkeit der UBS einschränken, überschüssiges Kapital in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an Aktionäre weiterzureichen. Das macht die Anteilsscheine der Bank weniger attraktiv.

Die Unsicherheit über die zukünftigen Kapitalanforderungen lastet schon jetzt auf dem Aktienkurs. Die Papiere bleiben deutlich hinter der europäischen Konkurrenz zurück. Auf Sicht von zwölf Monaten ist die UBS-Aktie rund neun Prozent gestiegen, die Anteilsscheine der Deutschen Bank haben im selben Zeitraum mehr als 90 Prozent zugelegt. Auch die Aktie des italienischen Geldhauses Unicredit hat sich mit einem Plus von mehr als 60 Prozent deutlich besser entwickelt.

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