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KommentarDie Kosten-Nutzen-Rechnung zwischen Panzer und Drohne

Die Rüstungsunternehmen ringen um Milliardengelder vom Staat. Und so ist es schwierig geworden, vernünftig zu diskutieren, was die Bundeswehr bei der Beschaffung priorisieren sollte.Roman Tyborski 19.11.2025 - 04:01 Uhr
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Ein ukrainischer Soldat in einem Leopard 2. Foto: REUTERS

Die massiven Investitionen der Bundesregierung in die Verteidigung wecken die Gier. Traditionelle Rüstungsunternehmen und Verteidigungs-Start-ups ringen um die Milliarden vom Staat. Und so ist es mittlerweile schwierig geworden, vernünftig darüber zu diskutieren, was die Bundeswehr bei der Beschaffung priorisieren sollte.

Die eine Seite spricht von einer Panzer-Blase, weil die Regierung angeblich zu viele Kampfpanzer bestellen würde. Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine würde sich zeigen, dass Drohnen Kampfpanzern überlegen seien. Die gelieferten Leopard 2 seien kein „Gamechanger“. Die Gegenseite wiederum kritisiert, dass die Wirkmacht einfacher Drohnen überschätzt werde.

Im Gegensatz zu Drohnen sind Panzer teuer. Die Summen, die die Bundeswehr in gepanzerte Fahrzeuge investieren wird, sind daher ungleich höher als die geplanten Ausgaben für Kampf- und Aufklärungsdrohnen. Eine wenige Tausend Euro teure Drohne wiederum ist in der Lage, einen Kampfpanzer außer Gefecht zu setzen, der mehrere Millionen kostet. Also sind Panzer verzichtbar?

Gefährlicher Kurzschluss

Das wäre ein gefährlicher gedanklicher Kurzschluss. Denn diese primitive Kosten-Nutzen-Rechnung vergisst den wichtigsten und zugleich knappsten Faktor: den Soldaten – und davon hat die Bundeswehr besonders wenige.

Tech-Futuristen und der eine oder andere Investor eines Drohnen-Start-ups mögen bereits vom menschenlosen Krieg träumen. Mittelfristig wird es ein Traum bleiben. Drohnen werden bis dahin in der Lage sein, Panzer zu zerstören. Doch von Drohnen angegriffene Panzer schützen das Leben der Soldaten, die in ihnen sitzen. Auch das zeigt sich in der russischen Invasion in der Ukraine. Ein Panzer kann ersetzt werden, das Leben eines Menschen nicht. Und jede Million, die das Leben eines Menschen schützt, ist gut investiertes Geld.

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