Börse: Wie Unternehmen mit Abspaltungen ihr Geschäft neu ausrichten
Frankfurt. Für die Marinesparte von Thyssenkrupp war es ein erfolgreiches Debüt auf dem Börsenparkett. Der U-Boot- und Fregattenbauer Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) startete Ende Oktober mit einem kräftigen Kursplus an der Frankfurter Börse. Auch der Börsengang der Continental-Tochter Aumovio ist geglückt. Der Dax-Konzern brachte seine Elektroniksparte Ende September als eigenes Unternehmen an die Börse.
Klassische Börsengänge (IPOs) sind derzeit rar. Doch Abspaltungen, im Fachjargon Spin-offs, scheinen dieser Flaute zu trotzen. Hierbei erhalten Anleger des Mutterkonzerns automatisch Anteile des abgespaltenen Tochterunternehmens. Diese Anteile sind frei handelbar.
Berthold Fürst, Leiter des Investmentbankings im deutschsprachigen Raum bei der Deutschen Bank, sagt: „Spin-offs gelten bei der Umsetzung als weniger von den Schwankungen am Kapitalmarkt abhängig, da keine neuen Investoren mobilisiert werden müssen.“
Tim Johannsen-Roth, Partner bei der Wirtschaftskanzlei Linklaters mit Fokus auf Fusionen und Übernahmen (M&A), ergänzt: „Abspaltungen können eine Antwort auf gebeutelte Kapitalmärkte sein, die IPOs nur noch eingeschränkt aufnehmen können.“ Zwar seien sie nicht immer der gewünschte Weg, aber „oft die verhältnismäßig sicherere Option“, sagt der M&A-Experte.
Welche Strategien stecken hinter Spin-offs? Wie können Industriekonzerne durch Abspaltungen ihr Geschäft neu ausrichten – gerade angesichts des massiven Transformationsdrucks in vielen Branchen? Und welche Abspaltungen stehen bevor?