Energie: Frankreich saniert Atomkraftwerke – und Deutschland profitiert
Paris. Die Rotoren der mehrere Meter hohen „Arabelle“-Dampfturbine glitzern im Scheinwerferlicht. Davor leuchten die Augen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, als er seine Entscheidung verkündet, „alle Reaktoren zu verlängern, die verlängert werden können“.
Das war am 10. Februar 2022, kurz vor Beginn des Ukrainekriegs. Damals stand Macron im Turbinenwerk in Belfort und rief die „Renaissance der Atomkraft“ in Frankreich aus.
Gerade wird diese Renaissance Wirklichkeit. Die Atomaufsicht hat vor einigen Monaten für 20 weitere Reaktoren grünes Licht gegeben, zehn Jahre länger im Betrieb zu sein. Anfang Januar sind die ersten dafür nötigen Überprüfungen gestartet. Somit darf ein Großteil der französischen Atomkraftwerke bis zu 50 Jahre laufen. Und jetzt plant Frankreich sogar, die Laufzeiten auf mindestens 60 Jahre auszudehnen.
Aktuelle Berechnungen des französischen Rechnungshofs schätzen die Kosten dafür auf 100 Milliarden Euro. Trotzdem könnte sich das für Frankreich lohnen. Und auch für seine Nachbarländer wie Deutschland.