Psychologie: Warum viele sich in der Rushhour des Lebens gefangen fühlen
München. Es gibt sie oft, diese Momente, in denen alles zu viel wird: Mein Text für den nächsten Tag ist noch nicht fertig, mein großer Sohn will mit mir für den Mathetest lernen, sein kleiner Bruder hat Hunger, eigentlich wollte ich noch joggen. Die Waschmaschine macht dudelnd klar, dass sie fertig ist. Dazu verpasste Anrufe meiner Eltern und meines besten Freundes. Ach ja: Was gibt’s heute Abend eigentlich zu essen?
Immer wieder fühlt es sich an, als wäre ich mitten in der Rushhour des Lebens. Alles passiert gleichzeitig – und der Tag hat zu wenig Stunden dafür. Ich werde bald 40. Eine Zeit, in der nicht nur bei mir zu viel aufeinandertrifft: Kinder, Karriere, Partnerschaft. Dazu das Pflegen von alten Freundschaften, das Aufbauen von neuen, das Netzwerken. Mehr Sport treiben, weil der Körper erste Wehwehchen aufzeigt, der Rücken öfter zwickt.
Es fühlt sich an, als würde sich das Leben wie eine Welle über einem aufbauen. Ist das hier schon die Midlife-Crisis? Oder einfach nur der normale Wahnsinn zwischen 30 und 50? Ich habe bei Psychologinnen und Soziologinnen nachgefragt: Sie erklären, warum sich alles zuspitzt – und was wirklich in der Lebensmitte hilft.