US-Banken: Goldman Sachs und Morgan Stanley steigern Gewinne
Frankfurt am Main. Ein starkes Schlussquartal an den Kapitalmärkten hat den US-Großbanken deutlich Rückenwind verschafft. Sowohl Goldman Sachs als auch Morgan Stanley steigerten ihre Gewinne im vierten Quartal deutlich.
Goldman Sachs profitierte von sprudelnder Einnahmen im Handels- sowie Übernahmegeschäft und einem Sondereffekt aus dem Ausstieg aus der Kreditkarten-Partnerschaft mit Apple. Der den Stammaktionären zurechenbare Gewinn stieg auf 4,38 Milliarden Dollar oder 14,01 Dollar je Aktie, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum waren es 3,92 Milliarden Dollar oder 11,95 Dollar je Aktie gewesen. Im Gesamtjahr häufte der US-Gigant einen Gewinn von über 17 Milliarden Dollar an.
Die Einnahmen im Investmentbanking kletterten im Quartal um 25 Prozent auf 2,58 Milliarden Dollar. Ein unter Präsident Donald Trump gelockertes regulatorisches Umfeld, niedrigere Zinsen und hohe Barbestände der Firmen hatten 2025 zu einem Boom bei Fusionen und Übernahmen geführt. Goldman sicherte sich dabei erneut den Spitzenplatz im globalen M&A-Geschäft.
Auch im Handel lief es rund. Die Erträge im Aktiengeschäft stiegen auf den Rekordwert von 4,31 Milliarden Dollar. Im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC) legten sie um 12,5 Prozent auf 3,11 Milliarden Dollar zu.
Auch das Vermögensverwaltungsgeschäft boomte und steuerte mit 3,09 Milliarden Dollar an Verwaltungsgebühren einen Rekordertrag bei. Goldman setzt auf dieses Geschäft, um stabilere Erträge im Vergleich zum schwankungsanfälligen Handels- und Investmentbanking zu erzielen. Gleichzeitig treibt die Bank den Rückzug aus ihrem verlustreichen Privatkundengeschäft voran.
Der Verkauf der Partnerschaft für die Apple-Kreditkarte an JPMorgan Chase brachte Goldman einen einmaligen Gewinn von 46 Cent je Aktie. Zudem konnte die Bank eine Risikovorsorge für Kreditausfälle in Höhe von 2,48 Milliarden Dollar auflösen. Die Aktie der Wall-Street-Größe hatte 2025 mehr als 50 Prozent zugelegt.
Starkes Investmentbanking gibt Morgan Stanley Schwung
Morgan Stanley hat im vierten Quartal dank guter Geschäfte im Bereich Investmentbanking den Gewinn deutlich gesteigert. Der Gewinn belief sich auf 4,40 Milliarden Dollar oder 2,68 Dollar je Aktie, wie die US-Großbank am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum waren es 3,71 Milliarden Dollar oder 2,22 Dollar je Aktie gewesen. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um 1,6 Prozent zu.
Die Erträge im Investmentbanking stiegen auf 2,41 Milliarden Dollar, nach 1,64 Milliarden Dollar im Vorjahr. Eine Welle großer Transaktionen hatte das weltweite Volumen von Fusionen und Übernahmen (M&A) im vergangenen Jahr auf über 5,1 Billionen Dollar getrieben. „Die Aktivitäten im Investmentbanking haben sich beschleunigt und die globalen Märkte blieben stark“, sagte Vorstandschef Ted Pick.
Auch das Geschäft mit der Begleitung von Börsengängen und Anleiheemissionen florierte. Die Bank war unter anderem an dem Börsengang des Medizintechnik-Anbieters Medline beteiligt, dem größten des Jahres 2025. Zudem blieb der Aktienhandel ein Lichtblick, da Kunden angesichts schwankender Märkte ihre Portfolios umschichteten.