Banken: UBS stellt laut Chef Ermotti Kandidaten für neue Spitze zusammen
Zürich. UBS-Konzernchef Sergio Ermotti will das Steuer der Schweizer Großbank weiterhin frühestens Ende 2026 abgeben. „Wie bereits kommuniziert, werde ich die Integration der Credit Suisse abschließen und mindestens bis Ende 2026 oder Frühjahr 2027 CEO bleiben“, sagte Ermotti in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der „Tamedia“-Zeitungen. „Heute stellen wir die richtigen Kandidatinnen und Kandidaten für die neue Spitze zusammen“, erklärte er weiter. Diese müssen nicht nur Fachkompetenz haben, sondern auch integer sein. Er hoffe, dass sein Nachfolger aus der Bank komme. „Es ist zwar immer gut, neue Talente von außen zu haben. Doch um die richtige Kultur aufrechtzuerhalten, ist eine gewisse Kontinuität absolut entscheidend.“
Ermotti war im April 2023 an die Spitze der UBS zurückgekehrt, um die Notübernahme und Integration der Rivalin Credit Suisse zu leiten. Der 1960 geborene Manager hatte die Großbank bereits von 2011 bis 2020 geführt und wurde aufgrund seiner Erfahrung bei der Sanierung der Bank nach der globalen Finanzkrise zurückgeholt. Ermotti hatte 2024 zugesagt, die UBS mindestens bis zum Abschluss der Integration der Credit Suisse Ende 2026 oder Anfang 2027 zu führen. Letzten Angaben zufolge will der größte weltweite Vermögensverwalter für Millionäre und Milliardäre die Integration bis Ende 2026 „im Wesentlichen“ abschließen.
Als Kandidaten für den Chefposten gelten Insidern zufolge etwa die Co-Leiter des Kerngeschäfts mit Millionären, Iqbal Khan und Robert Karofsky. Auch Bea Martin, die im Oktober zur operativen Chefin (Chief Operating Officer) ernannt wurde, sowie Asset-Management-Chef Aleksandar Ivanovic gelten als Kandidaten.
Strengere Regeln geplant
Ermotti ließ durchblicken, dass er den Widerstand von Parlamentsabgeordneten gegen die strengeren Kapitalvorschläge der Regierung begrüßt. Es stimme nicht, dass die Schweiz weniger strenge Regeln habe als andere Finanzplätze. „Aber wenn jetzt in der Politik langsam ein Umdenken stattfindet, ist das gut.“
Die Regierung möchte der Bank neue Kapitalvorgaben auferlegen, die sie zwingen könnten, die Bilanz mit weiteren 24 Milliarden Dollar aufzupolstern. Dagegen wehrt sich die UBS und hat dafür Rückendeckung aus dem Parlament erhalten. Der Aktienkurs leide noch immer unter der offenen Regulierungsfrage, so Ermotti. „Wir haben wegen der drohenden Vorgaben des Bundes einen Rückstand von 25 bis 30 Milliarden Franken.“
Ermotti bekräftigte, dass die UBS als Folge der Credit-Suisse-Integration Mitarbeiter entlasse. „In der Schweiz kommt es leider zu rund 3000 Entlassungen aufgrund der Integration“, so der Konzernchef. „Jede verlorene Stelle schmerzt.“