Währung unter Druck: 1 Euro = 1 Dollar?
Fällt der Euro-Kurs weiter?
Foto: dpaDüsseldorf. Der Euro fällt und fällt. In der vergangenen Woche fuhr die europäische Gemeinschaftswährung den vierten Wochenverlust gegenüber dem Dollar ein. Der Euro rutschte sogar unter seinen Ausgabekurs aus dem Jahr 1999. Experten sind wenig optimistisch, dass der Negativtrend zeitnah endet. Im Gegenteil: Sogar die Parität zum Dollar scheint nicht mehr ausgeschlossen.
Die Devisenexperten der ING erwarten, dass die Gemeinschaftswährung innerhalb von zwei Jahren auf einen US-Dollar zurückfallen wird – ein Minus von mehr als 15 Prozent. Auch wenn die Niederländer damit noch eine Minderheitsmeinung vertreten, lässt ihre Prognose aufhorchen. Es ist nicht das erste Mal, dass sie derart pessimistisch gestimmt sind.
Mit einer besonders negativen Einschätzung lieferten die ING-Experten im Vorjahr nach Angaben des Börseninformationsdienstes Bloomberg die akkurateste Prognose für die Wechselkurs-Entwicklung. Die Niederländer sehen keinen Grund, von ihrer Negativmeinung nun abzurücken. „Wir zählen zu den größten Pessimisten für Euro-Dollar”, sagt ING-Devisenstratege Petr Krpata.
Mit ihrer negativen Prognose stehen die ING-Experten aber nicht ganz alleine da. Auch in den Devisenabteilungen der ABN Amro Bank und der Citigroup, immerhin der weltgrößte Devisenhändler, rechnen bis Ende 2016 mit einer Euro-Dollar-Parität.