China und das digitale Geld: Der Drache giert nach Bitcoins
In China erfreut sich die digitale Währung großer Beliebtheit.
Foto: dpaPeking. Wer hört, wie die Minenarbeiter von ihrem Job sprechen, kann denken, sie müssten mit der Spitzhacke nach Kohle schürfen. „Das Leben im Bergwerk ist ziemlich eintönig“, sagt der Geschäftsführer. „Die Arbeit ist hart.“ In Wirklichkeit befindet sich die „Bitcoin-Mine Nummer 1 von Changcheng“ auf drei Stockwerken in einem alten Fabrikgebäude: Ein Verbund von Tausenden starker Computer, die im Monat Strom für 75.000 Euro verbrauchen. Die Minenarbeiter sind junge Computerexperten. Pro Monat erzeugen sie derzeit Bitcoins im Wert von knapp 200.000 Euro.
Hintergrund des einträglichen Geschäfts: Gültige Codes für Bitcoins lassen sich nicht nur kaufen, sondern auch mit mathematischen Methoden ausknobeln. Das ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich Teil der Idee. Genau diese Möglichkeit nutzen die Bitcoin-Bergleute hier in der nordchinesischen Hafenstadt Dalian.
Der Standort der weltgrößten Bitcoin-Mine ist dabei kein Zufall. In China ist die Begeisterung für Bitcoins deutlich größer als in Europa oder den USA, wo nach dem ersten Hype eine gewisse Ernüchterung eingesetzt hat. Für acht von zehn Bitcoins bezahlen die Käufer mit Yuan, wie aus einem aktuellen Report von Goldman Sachs hervorgeht. China baut so einen enormen Schatz in der digitalen Währung auf.