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PNE WindSechs Erben für die Streithähne

Beim Windparkbauer PNE Wind stehen die Kandidaten für den neuen Aufsichtsrat fest. Das alte Gremium hatte sich zerstritten. Vorstandschef Martin Billhardt lässt sich seinen Abgang vergolden.Andreas Dörnfelder, Franz Hubik 14.09.2015 - 14:15 Uhr Artikel anhören

Am 23. Oktober soll die Hauptversammlung einen neuen Aufsichtsrat wählen.

Foto: dpa

Cuxhaven. Es war ein regelrechter Marathon. Am Samstag und Sonntag tagten die Aufsichtsräte des Cuxhavener Projektentwicklers PNE Wind in Hamburg. Die Sitzung dauerte mehr als zehn Stunden. Es ging um die Frage, wer künftig im Aufsichtsrat des börsennotierten Windparkbauers sitzen soll. Die Kontrolleure hatten sich zerstritten. Nun gibt es sechs neue Kandidaten, die sich der Hauptversammlung am 23. Oktober zur Wahl stellen.

Der Hamburger Anwalt Wilken von Hodenberg und der Unternehmer Andreas Rohardt gehen auf Initiative des Großaktionärs Volker Friedrichsen ins Rennen. Dazu bewerben sich der Hamburger Unternehmensberater Per Hornung Pedersen, der Mainzer Wirtschaftsprüfer Christoph Groß und der Münchener Unternehmer Andreas Beyer. Der Schweizer Manager Alexis Fries ist als Chef des neuen Aufsichtsrates vorgesehen.

Streit um teure Dienstreisen

Im bisherigen Aufsichtsrat war Streit entbrannt, das Gremium teilte sich in zwei Lager. Es ging um teure Dienstreisen, um überzogene Vergütungen und um eine Millionenklage. Auf der einen Seite stand Chefaufseher Dieter Kuprian. Auf der anderen Großaktionär Volker Friedrichsen. Kuprian hielt zu Vorstandschef Billhardt. Friedrichsen wollte beide loswerden.

Im Juli bewegten sich beide Seiten aufeinander zu. Im August kündigte das Gremium an, geschlossen zurückzutreten. Vorstandschef Martin Billhardt verlässt das Haus zum 30. September. Nach Handelsblatt-Informationen bekommt der scheidende CEO zwischen zwei und drei Millionen Euro Abfindung. Bislang war von bis zu zwei Millionen Euro die Rede. Ein Sprecher kommentierte das auf Anfrage nicht. Das Unternehmen sucht nun einen Nachfolger für Billhardt.

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Vergütungen wie bei einem Dax-Konzern

Die Aufsichtsräte erhielten bislang einen Teil ihrer Vergütung erfolgsabhängig. Je höher das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in den zurückliegenden Jahren ausfiel, desto mehr bekamen die Kontrolleure. Das führte dazu, dass beispielsweise Aufsichtsratschef Kuprian mit mehr als 300.000 Euro zuletzt mehr Geld zustand als den meisten seiner Kollegen in Dax-Konzernen. Dabei ist die PNE Wind AG mit 211 Millionen Euro Umsatz verglichen mit einem milliardenschweren Dax-Unternehmen winzig. Hinzu kam: PNE Wind war seit mehr als fünf Jahren nicht in der Lage, sich selbst aus dem Kerngeschäft zu finanzieren.

Künftig soll sich die Vergütung nicht mehr am Ebit bemessen. Anstelle der erfolgsabhängigen Komponente schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Fixvergütung vor. Jedes einfache Mitglied soll dann 60.000 Euro pro Jahr erhalten. Der Aufsichtsratschef soll 120.000 Euro bekommen, sein Stellvertreter 90.000 Euro.

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