1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Banken + Versicherungen
  4. Banken
  5. Rolf-E. Breuer und die Kirch-Pleite: Deutsche Bank vor Millionenvergleich mit Ex-Vorstandschef

Rolf-E. Breuer und die Kirch-PleiteDeutsche Bank vor Millionenvergleich mit Ex-Vorstandschef

Ein Ex-Vorstandschef der Deutschen Bank soll für die Affäre rund um die Pleite des Medienkonzerns Kirch zahlen. Rolf-E. Breuer steht davor, einen millionenschweren Vergleich mit seinem einstigen Arbeitgeber zu schließen.Michael Maisch, Laura de la Motte und Daniel Schäfer 25.02.2016 - 17:58 Uhr Artikel anhören

Sein Privatvermögen wird auf zehn Millionen Euro geschätzt. Das Verfahren wegen des Vorwurfs des Prozessbetrugs läuft weiter.

Foto: dpa

Frankfurt. Es war im Februar 2002, als Rolf-E. Breuer eines der teuersten Interviews aller Zeiten gab. Damals zweifelte der ehemalige Chef der Deutschen Bank im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg die Kreditwürdigkeit des Medienimperiums von Leo Kirch an. Zwei Monate später stellte die Kirch-Gruppe Insolvenzantrag. Leo Kirch sollte später sagen: „Erschossen hat mich der Rolf.“

Es folgte ein zwölf Jahre langer Rechtsstreit, den Kirchs Erben nach dessen Tod fortsetzten. Am Ende willigte die Deutsche Bank in einen 925 Millionen Euro teuren Vergleich ein. An diesen Kosten soll sich jetzt auch Ex-Chef Breuer beteiligen.

Nach Informationen des Handelsblatts sind die Verhandlungen zwischen Breuer und der Bank über einen Vergleich bereits weit fortgeschritten. Der Ex-Manager sei bereit, zwischen 2,5 und fünf Millionen Euro an seinen ehemaligen Arbeitgeber zurückzuzahlen. Breuers privates Vermögen wird auf zehn Millionen Euro geschätzt.

Bei einem erfolgreichen Abschluss der Vergleichsverhandlungen sollen die Aktionäre auf der Hauptversammlung der Bank am 19. Mai über den Deal abstimmen. Noch können die Gespräche aber auch in letzter Minute scheitern. Weder die Bank noch Vertreter Breuers wollten sich zu den Verhandlungen äußern.

Der Aufsichtsrat des Frankfurter Geldhauses hatte im Sommer 2014 beschlossen, Breuer in Regress zu nehmen, um möglichen Klagen der Aktionäre vorzubeugen. Diese Vorgehensweise ist inzwischen üblich. Bei Siemens hatte beispielsweise Ex-Chef Heinrich von Pierer fünf Millionen Euro an den Konzern überweisen müssen, nachdem ein Schmiergeldsystem aufgedeckt worden war und Schäden in Milliardenhöhe entstanden.

Auch wenn Breuer persönlich nur einige Millionen aufbringt, bleibt die Bank vermutlich nicht auf dem gesamten Rest des Kirch-Vergleichs sitzen. Denn sie hatte für ihren Ex-Vorstandschef eine Managerhaftpflichtversicherung (D&O) über geschätzt 500 Millionen Euro abgeschlossen. Allerdings geht die Bank nach Informationen aus Finanzkreisen davon aus, dass die maximale Summe nicht annähernd ausgeschöpft werden kann.

Verwandte Themen
Deutschland
Infografik zum Streit um Kirch

Die Anklagebank im Deutsche-Bank-Prozess

Schadensfälle wie der Kirch-Vergleich ziehen in der Regel zähe Verhandlungen mit den beteiligten Versicherern nach sich, die meist mit einem Kompromiss deutlich unterhalb der versicherten Summe enden. Nach Informationen des Handelsblatts stand bei den Gesprächen zwischen der Bank und dem D&O-Konsortium zuletzt eine Summe von etwa 100 Millionen Euro im Raum.

Sollte der Vergleich zwischen Breuer und der Bank endgültig gelingen, wäre für den Ex-Vorstandschef ein weiteres Kapitel der Affäre Kirch abgehakt, beendet wäre sie allerdings noch nicht. Denn in München stehen Breuer und andere aktive oder ehemalige Deutsche-Bank-Vorstände noch immer wegen des Verdachts auf Prozessbetrug im Fall Kirch vor Gericht.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt