1. Startseite
  2. Politik
  3. Deutschland
  4. AKW Philippsburg: Mitarbeiter täuscht Kontrollen im Atomkraftwerk nur vor

AKW PhilippsburgMitarbeiter täuscht Kontrollen im Atomkraftwerk nur vor

Ein Mitarbeiter soll im Atomkraftwerk Philippsburg Messeinrichtungen für Strahlenschutz kontrollieren. Nun stellt sich heraus: Er täuschte die Überprüfung nur vor – für den weiteren Betrieb des AKWs hat das Folgen. 13.04.2016 - 20:41 Uhr Artikel anhören

Der Mann war demnach über einen externen Dienstleiter im Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg beschäftigt (Symbolfoto).

Foto: dapd

Karlsruhe. Im Atomkraftwerk Philippsburg 2 sind Sicherheitskontrollen nur vorgetäuscht worden. Das baden-württembergische Umweltministerium will den Betrieb des Kraftwerks daher bis auf Weiteres untersagen. Es ist derzeit wegen einer turnusmäßigen Revision ohnehin nicht am Netz. Wie das Ministerium mitteilte, hatte der Betreiber EnBW bei Untersuchungen festgestellt, dass ein Mitarbeiter eine wiederkehrende Prüfung an einem Störfallmonitor zwar in einem Prüfprotokoll dokumentiert, tatsächlich aber gar nicht durchgeführt hatte.

Nachforschungen ergaben demnach zudem, dass die Kontrolle in sieben weiteren Fällen nur vorgetäuscht wurde. Der Energiekonzern betonte, die Funktionstüchtigkeit der Einrichtungen sei gewährleistet. Das habe durch frühere und spätere Prüfungen nachgewiesen werden können. Der Mann war demnach über einen externen Dienstleiter im Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg beschäftigt.

Das Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde reagierte mit einer aufsichtlichen Anordnung. Damit solle EnBW nach einer noch ausstehenden Anhörung vorläufig untersagt werden, das Kraftwerk wieder anzufahren.

„Meines Wissens nach ist es das erste Mal, dass eine vorgeschriebene Prüfung in einem deutschen Kernkraftwerk offenbar bewusst vorgetäuscht wurde“, erklärte Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). „Das ist hochgradig beunruhigend und nicht akzeptabel.“

Nach derzeitigem Kenntnisstand hätten die vorgetäuschten Prüfungen zwar keine sicherheitsrelevanten Auswirkungen und auch die Emissionsüberwachung sei gewährleistet gewesen. „Aber bevor die EnBW nicht nachgewiesen hat, dass die Anlage vorschriftsmäßig und sicher betrieben wird, darf sie nicht mehr angefahren werden. Außerdem erwarte ich von der EnBW Vorkehrungen, um solche Täuschungen künftig auszuschließen“, erklärte Untersteller.

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt