Metro-Chef Olaf Koch: „Wir haben Fehler gemacht”
„Ich lerne bei jedem Gespräch mit einem Gründer etwas und das inspiriert mich.“
Foto: ReutersNew York. Die Frau hinterm Mischpult legt den Lockenkopf schräg und wippt. Durch die zugige Garage in Lower Manhattan dröhnen blechern die Bässe. Ein paar Hipster hängen an der Bar. „Yeah, the Germans”, nuschelt einer mit Bärtchen. Olaf Koch stürzt die halbe Limonade herunter. Das Outfit hat der Metro-Chef dem Ambiente angepasst. Der Mann an der Spitze des Weltmarktführers im Großhandel trägt dunkelblaue Sneakers mit trendig-weißer Sohle. Er habe sonst ja selten Gelegenheit. „Im Büro ziehe ich sie natürlich nicht dauernd an, aber das kommt schon mal vor.“
Koch ist aus der Düsseldorfer Zentrale an die amerikanische Ostküste gereist, um sich Start-ups anzusehen, junge Gründer und ihre Geschäftsmodelle kennen zu lernen. Aber er will nicht einer der zahllosen Digital-Touristen aus den Chefetagen deutscher Dax-Konzerne sein, die regelmäßig durch die amerikanische Szene touren, mit großen Augen, um am Ende doch alles so zu lassen, wie es eben ist.
Dem Manager ist es ernst mit diesem digitalen Wandel. Sicher, sagt er, die Metro sei eine bekannte Größe, mit einem Umsatz von 60 Milliarden Euro, 200.000 Mitarbeitern und 21 Millionen Kunden in 26 Ländern. „Aber uns ist klar geworden, dass wir uns verändern müssen, wenn wir auch in Zukunft relevant sein wollen.“ Koch hat sich seit Dienstantritt als Vorstandsvorsitzender im Januar 2012 den Ruf des kreativen Zerstörers erarbeitet. Erst verkaufte er Kaufhof, nun will er die Metro in zwei Firmen aufspalten, in eine Lebensmittel und eine Elektronik-Sparte. Sein Engagement für die Digitalisierung hat deshalb durchaus strategischen Hintergrund.