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Deutsche Bank baut Kontrollgremium umGroßaktionär aus China erhält Aufsichtsratsposten

Die Deutsche Bank besetzt mehrere Aufsichtsratsposten neu. Der chinesische Mischkonzern HNA, seit kurzem Großaktionär, entsendet einen Vertreter. Auch der Sicherheitschef von Google rückt in das Gremium ein.Yasmin Osman 16.03.2017 - 19:17 Uhr Artikel anhören

Der wohl wichtigste Neuling im Deutsche-Bank-Aufsichtsrat ist der Gründer und Vorstand beim Vermögensverwalter C-Quadrat.

Foto: PR

Frankfurt. Bei der Deutschen Bank kommt es zu einem größeren Umbau im Aufsichtsrat: Der wohl wichtigste Neuling ist Alexander Schütz, Gründer und Vorstand beim Vermögensverwalter C-Quadrat, wie die Bank nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Der Vermögensverwalter aus Österreich verwaltet die Deutsche-Bank-Aktien des chinesischen Mischkonzerns HNA, der seit Februar ein rund drei Prozent großes Aktienpaket an der Bank hält.

Die Aktionäre aus Fernost hatten bereits bei ihrem Einstieg angedeutet, dass sie sich vorstellen könnten, auch an einer Kapitalerhöhung der Bank teilzunehmen und ihren Anteil weiter auszubauen. Die Berufung eines Vertreters des Vermögensverwalters C-Quadrat, an dem sich HNA ebenfalls beteiligt hat, untermauert das Interesse der Chinesen an der Deutschen Bank. Schütz ersetzt den früheren Haniel-Vorstand Klaus Trützschler im Aufsichtsrat der Bank.

„Wir freuen uns, dass ein weiterer Ankerinvestor auf den langfristigen Erfolg der Deutschen Bank setzt“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Instituts, Paul Achleitner. Schütz soll zunächst für ein Jahr gewählt werden, um im kommenden Jahr für die reguläre Amtszeit von fünf Jahren nominiert zu werden.

Großaktionäre der Deutschen Bank
Goldman Sachs: 2,65 Prozent (Quelle: Bloomberg)
Bank of America: 2,77 Prozent
Deutsche Bank: 2,92 Prozent
Supreme Universial Holding: 3,05 Prozent
Paramount Services Holding: 3,05 Prozent
HNA: 4,76 Prozent
Blackrock: 6,07 Prozent

HNA-Vertreter Schütz ist nicht der einzige prominente Neue, den die Bank der Hauptversammlung im Mai zur Wahl vorschlägt: Ab Mai soll auch der Sicherheitschef des Internetriesen Google, Gerhard Eschelbeck, in das Kontrollgremium des Kreditinstituts einrücken. Der Österreicher soll dort den Ex-Siemens-Chef Peter Löscher ersetzen, dessen Abschied vor kurzem durchgesickert war.

Damit holt sich das Kreditinstitut mehr Internet-Expertise ins Haus, was auch die Aufsichtsbehörden mit Wohlwollen goutieren dürften. „Wir halten Cyber-Risiken für eines der größten Risiken, denen die deutsche Finanzwirtschaft ausgesetzt ist“, sagte der Präsident der Finanzaufsicht (BaFin), Felix Hufeld. „Cybersecurity ist für die Deutsche Bank ein wichtiges Thema“, hieß es auch in Finanzkreisen. Die Deutsche Bank habe gezielt nach einem Experten aus dem IT- und Internetsicherheitsbereich gesucht.

Im kommenden Jahr wird dann die Zeit von Ex-SAP-Chef Henning Kagermann bei der Deutschen Bank enden, der nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren möchte. An seiner Stelle soll der Deutschland-Chef der Prüfungsgesellschaft PwC, Norbert Winkeljohann einziehen.

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