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Ex-Fußballprofi Stefan ReinartzVom Stadion ins Start-up

Schon mit 27 beendete Stefan Reinartz seine Karriere als Fußballprofi – und wurde Gründer. Sein Start-up Impect verkauft Spielanalysen an TV-Sender und Vereine. Seine Methode bestätigt das Überraschungsteam Hoffenheim.Thomas Schmitt 11.05.2017 - 19:17 Uhr Artikel anhören

Der ehemalige Fußballer ist inzwischen Unternehmer.

Foto: picture alliance / Geisler-Fotop

Düsseldorf. Sieben Jahre lang spielte Stefan Reinartz in der Bundesliga, sogar bis in die Nationalmannschaft führte ihn seine Karriere. Doch dann, im Sommer 2016, beendete er mit nur 27 Jahren seine Laufbahn als aktiver Fußballer. Und steckte einen Teil seines Geldes in ein eigenes Unternehmen. Heute analysiert der Ex-Fußballer in einem schmucklosen Industriegebiet in Köln-Ossendorf Daten.

Unglücklich aber wirkt der 1,89 Meter große frühere Abwehrspieler von Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt keineswegs. Er hatte gespürt, dass sein Körper langsam schlappmachte. Und: Seine Unternehmensidee war bereits so weit gediehen, dass er in Vollzeit daran arbeiten musste. Die Gründung von Impect war eine folgerichtige Entscheidung.

Eine, die sich lohnen sollte. 2018 hat Reinartz bereits vor, profitabel zu arbeiten. Daraus macht er aber nicht viel Aufhebens. Er ist kein Verkäufer, er interessiert sich für Zahlen. Und für die Frage, wie sich ein Ergebnis im Fußball noch besser erklären lässt als bislang. Daten über die Laufleistung, über das Zweikampfverhalten oder die Passgenauigkeit gibt es viele, doch „mit diesen bis dahin gängigen Statistiken konnte man nicht den Ausgang eines Spiels erklären“, sagt Reinartz rückblickend. Was also sagt mehr aus über Spieler und Spiele als das, was man bereits weiß?

Reinartz’ Start-up arbeitet einen neuen Aspekt heraus, das „Packing“. Die Methode zeigt, wie effizient ein Spieler ist, wie viele Gegner er etwa mit nur einer Aktion überwindet – oder wie gut ein Team verteidigt. Der Wert erfasst nicht bloß einen Pass, der den Mitspieler erreicht, vielmehr geht es um die Anzahl der Gegenspieler, die durch diesen Pass überspielt werden. Mit „Packing“ ist gemeint, dass eine Gruppe von Fußballern durch eine gefährliche Aktion im Spiel „gepackt“ – und hilflos wird.

Bekannt wurde sein Tool während der Fußball-EM 2016. „Packing bestätigt ein Gefühl, etwas, das man noch nicht statistisch erklären konnte“, urteilt Ex-Fußballprofi und ARD-Experte Mehmet Scholl. Auch in dieser Saison, wie Reinartz zufrieden feststellt. Die Überraschungsmannschaft aus Hoffenheim hat im Spielaufbau schon sehr früh viele Gegner überspielt – und dies dann immer häufiger in Tore und Punkte umgemünzt.

Entwickelt hat Reinartz die Methode mit dem Kollegen Jens Hegeler, der bei Bristol City spielt. Sechs Mitarbeiter hat Impect, 25 Teilzeitkräfte liefern Auswertungen. Konkurrenten gibt es bislang keine. „Für die Entwicklung der Firma haben wir einen sechsstelligen Betrag investiert, das ist komplett eigenes Geld“, sagt Reinartz. Schon für 2017 hatten sie sich „als operatives Ziel eine schwarze Null“ gesetzt. Doch wegen weiterer Investitionen ist dies auf 2018 vertagt.

Kunden sind Vereine und Medien, Wettanbieter könnten hinzukommen. Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Köln und Borussia Dortmund haben die Auswertungen gekauft und nutzen sie für die Teamanalyse und die Talentsuche. Das lohne sich, schrieb Thomas Böker im „Kicker“. Geld braucht Reinartz nicht – eher Zeit. Die Details sind knifflig.

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