François Fleutiaux kommt von Fujitsu: Ein Franzose für T-Systems
Neuer Mann bei T-Systems.
Foto: HandelsblattBonn. Es hat mehr als neun Monate gedauert. Jetzt hat T-Systems, die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom, endlich einen Nachfolger für Ferri Abolhassan gefunden. Nach Informationen aus Branchenkreisen wechselt François Fleutiaux vom japanischen Konkurrenten Fujitsu nach Bonn, um dort künftig als Mitglied der Geschäftsführung die IT-Division zu übernehmen. 26.000 Mitarbeiter und 400 Kunden mit mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz würden damit in seinen neuen Verantwortungsbereich fallen. Der Aufsichtsrat muss die Bestellung Fleutiaux’ bei seiner letzten Zusammenkunft vor der Sommerpause noch absegnen. Die Zustimmung gilt als Formsache.
Der groß gewachsene Franzose, der kaum Deutsch spricht, viele Jahre in Nordamerika gelebt und für IBM und Unisys gearbeitet hat, wird direkt dem Konzernvorstand Reinhard Clemens unterstellt werden. Clemens steht nach Informationen aus dem Konzernaufsichtsrat selbst unter „verschärfter Beobachtung“, weil es ihm seit Jahren einfach nicht gelingt, schwarze Zahlen zu liefern. Die Geschäftskundensparte T-Systems betreut bei der Telekom unter anderem globale Großkunden wie Daimler, Volkswagen und Shell.
Fleutiaux ist seit April bei seinem aktuellen Arbeitgeber Fujitsu kaum noch in Erscheinung getreten, vermutlich um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden. Der Vater zweier Töchter gilt als umgänglicher Manager, der bei Fujitsu in der Rolle des Vertriebschefs die Regionen Europa, Naher Osten, Indien und Afrika verantwortete.
Ständig beruflich unterwegs, agiert Fleutiaux in den sozialen Netzen bisher überraschend zurückhaltend. Sein bis Montagmittag letzter Tweet ist schon zwei Wochen alt und bezieht sich auf den Terroranschlag beim Konzert von Ariana Grande: „Manchester, we stand by you“, schrieb er am 23. Mai.
Sein Vorgänger Abolhassan, dem im weit verzweigten Bonner Unternehmen nahezu allerorten ein mitunter ruppiger Führungsstil nachgesagt wird, war im Oktober 2016 von T-Systems in die Bonner Zentrale gewechselt, um dort für Konzernchef Tim Höttges als oberster Servicebeauftragter die umworbene Kundschaft zufriedener zu stimmen. Offiziell amtiert Abolhassan nun als Geschäftsführer der Deutschen Telekom Kundenservice GmbH.
Dass die Personalsuche für seine Nachfolge Monate in Anspruch nahm, könnte damit zusammenhängen, dass mehrere externe Kandidaten, wie in der Branche zu hören ist, zwischenzeitlich abgewinkt hatten. Deshalb blieb die wichtige Position der Nummer zwei hinter Clemens so lange vakant.
Die Deutsche Telekom wollte sich zur Personalie Fleutiaux nicht äußern. Bei Fujitsu war an Pfingsten niemand für eine Stellungnahme erreichbar.