Dark Pools: Wie die dunkle Seite der Börse weiter funktioniert
Dark Pools, die anonymen Handelsplattformen, stehen vor bedeutenden Umwälzungen. Denn im nächsten Jahr treten europäische Obergrenzen für den verborgenen Handel in Kraft. Für die Investoren gibt es aber eine ganze Reihe an Angeboten, um ihre Aktien-Handelsgeschäfte unter dem Radar zu halten. Anleger mögen Dark Pools, weil sie ihnen ermöglichen, große Orders auszuführen, ohne dem Markt ihre Absichten kundzutun. Käufer und Verkäufer von Wertpapieren bleiben anonym.
Doch genau deshalb stehen die Plattformen auch in der Kritik: Es lässt sich beispielsweise nicht nachverfolgen, wer welche Deals kurz vor Veröffentlichung einer kursbewegenden Meldung durchgezogen hat. Beispiel: Der frühere US-Hedgefondsmanager Mathew Martoma handelte über einen Dark Pool mit zehn Millionen Aktien des US-Biotech-Unternehmens Elan. Zuvor hatte ihm ein Insider Informationen über die Entwicklung eines Alzheimer-Medikaments zugesteckt. Der Fonds von Martomas damaligem Arbeitgeber SAC Capital Advisors soll mit dem Deal 276 Millionen Dollar verdient haben.
Leidtragende waren alle Elan-Aktionäre, die diese Information nicht hatten und so gesehen zu billig an Martoma verkauften. Martoma selbst konnte sich nicht lange über den Deal freuen. Im vergangenen Jahr verurteilte ihn ein US-Gericht zu neun Jahren Haft wegen Insiderhandels.