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Fintech aus BerlinPaypal investiert in deutsches Zinsportal Weltsparen

Schon länger wird darüber spekuliert, dass US-Technologiekonzerne ins Bankgeschäft einsteigen. Paypal macht jetzt den ersten Schritt – und investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in ein deutsches Zinsportal.Katharina Schneider 20.12.2017 - 07:00 Uhr Artikel anhören

Über das Zinsportal können Sparer Tages- und Festgeldkonten eröffnen.

Foto: Saving Global

Frankfurt. Einen US-Investor davon zu überzeugen, Geld ins eigene Unternehmen zu stecken, ist für deutsche Finanztechnologie-Start-ups noch immer etwas Besonderes. Und wenn dieser Investor auch noch Paypal heißt, darf man als Fintech-Gründer schon mal stolz sein. So wie Tamaz Georgadze, der Gründer und Geschäftsführer des Zinsportals Weltsparen – im EU-Ausland bekannt als Raisin. Wie das Handelsblatt vorab erfuhr, hat Paypal einen zweistelligen Millionenbetrag in Weltsparen investiert und damit einen Anteil an dem Unternehmen erworben. Noch viel wichtiger als das Geld sei aber die geplante Partnerschaft mit dem US-Zahlungsdienst.

Die Nachricht ist eine Erfolgsmeldung für das Fintech aus Berlin und dürfte zugleich manchen Banker zusammenzucken lassen. Schon seit Längerem wird darüber spekuliert, dass US-Konzerne wie Paypal oder auch Google und Amazon ins Bankgeschäft einsteigen. Jetzt wird es ernst. „Paypal gilt ohnehin als Bankenschreck“, sagt der Düsseldorfer Unternehmensberater Peter Barkow. Denn an der Börse ist der Konzern mehr wert als alle börsennotierten deutschen Geldhäuser zusammen. „Wenn er jetzt in den Bereich Geldanlage einsteigt, geht das Geschäft komplett an den Banken vorbei.“

Wie genau die Partnerschaft aussehen soll, werde aktuell besprochen, sagt Georgadze. „Wir sind noch in der frühen Phase der Produktentwicklung. Die Idee ist, dass Paypal-Kunden über die Plattform auf unsere Sparprodukte zugreifen können.“ Das könne dann ähnlich aussehen wie die Einbindung von Weltsparen bei der Smartphone-Bank N26 und der Fidor-Bank.

Über das Zinsportal können Sparer Tages- und Festgeldkonten eröffnen – hauptsächlich bei Banken im europäischen Ausland. Aktuell stehen 40 Banken und rund 150 Produktangebote zur Auswahl. Gegründet wurde Weltsparen 2013. Nach eigenen Angaben haben inzwischen mehr als 100.000 Kunden aus 29 europäischen Ländern mehr als 4,8 Milliarden Euro über die Plattform angelegt. In den nächsten Wochen soll das Angebot um ein Investmentprodukt erweitert werden.

„Eine Partnerschaft mit Paypal wird unser Wachstum weiter beschleunigen und die Funktionalität unserer Produkte verbessern“, sagt Georgadze. Diese Erwartung klingt eher bescheiden, denn Paypal hat allein in Deutschland rund 19 Millionen Nutzer. Der Werbeeffekt für das junge Unternehmen dürfte also enorm sein. „Gerade die junge Zielgruppe bringt Paypal großes Vertrauen entgegen“, sagt Berater Barkow. „Durch eine Kooperation würde sich das auch auf das Fintech übertragen.“ Paypal selbst gehört international zu den größten Fintech-Investoren, hat sich in der deutschen Szene bisher aber zurückgehalten. Der Einstieg bei dem auf Rechnungskauf spezialisierten Fintech Billsafe und die anschließende Übernahme des Unternehmens liegen bereits sechs Jahre zurück.

Zur Weltsparen-Investition wollte sich der Konzern auf Anfrage nicht näher äußern. In den USA sorgte er kürzlich aber durch eine Kooperation mit dem Robo-Advisor Acorns Grow für Schlagzeilen: US-Paypal-Nutzer können Guthaben auf ein Acorns-Anlagekonto übertragen und dieses über ihren Paypal-Account verwalten. Zuvor hatte Paypal eine Minderheitsbeteiligung an Acorns übernommen. Ziel sei es, Nutzern mehr Kontrolle über ihre Finanzen zu ermöglichen, sagt Paypal in den USA.

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