Expertenrat – Nora Heer: Ein Hoch auf Heterogenität
Einheitsbrei braucht niemand, auch nicht in Unternehmen.
Foto: ImagoGlobalisierung, weltweite Mobilität und durch Kriege und Krisen verursachte Migrationsbewegungen verändern unsere Gesellschaft, was bei manchen Menschen offensichtlich Ängste auslöst. Rechtsorientierte Kräfte, wie zum Beispiel die Identitären, schüren diese Ängste: Unsere eigene Identität sei in Gefahr; der „große Austausch“ stehe bevor. Deutschland schaffe sich ab, heißt es, daher gelte es, die bedrohte einheimische Kultur rein zu halten.
Als Unternehmerin muss ich diesem Denken in aller Klarheit widersprechen. Meine Erfahrung ist eine völlig andere: Die Mischung macht’s! Beim Zusammenstellen von Teams lege ich deswegen immer großen Wert auf Vielfalt – was das Geschlecht, das Alter und auch was den kulturellen Hintergrund betrifft. Diversität fördert die Kreativität innerhalb einer Gruppe, da verschiedene Ideen, Gedanken und Blickwinkel eingebracht werden. Das ist entscheidend, wenn es etwa darum geht, ein bahnbrechendes Produkt zu entwickeln.
Was ist also wichtig bei der Personalauswahl? Neben den fachlichen Kompetenzen achten wir beim Recruiting darauf, ob eine Bewerberin oder ein Bewerber zu unserer Unternehmenskultur und ins Teamgefüge passt. Stimmt die Chemie? Ist die Kandidatin oder der Kandidat engagiert und zeigt Begeisterung für unser Vorhaben? Das sind die Fragen, die uns beim Gewinnen neuer Talente leiten. Die Zugehörigkeit zu einer Nation, Ethnie oder Religion ist nicht nur zweitrangig, sondern im Grunde irrelevant.