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Spaniens König Felipe VI.Streng, aber beliebt

Durch die Krise in Katalonien gewinnt der spanische König an ungewohnt politischem Einfluss. Auch gelingt es Felipe VI., die Spanier nach den Skandalen seines Vater mit der Krone zu versöhnen. Heute wird er 50 Jahre alt.Sandra Louven 30.01.2018 - 08:49 Uhr Artikel anhören

Vor fast vier Jahren bestieg der nun 50-Jährige den Thron.

Foto: dpa

Madrid. Einfach war sein Amt für Felipe VI. bisher nicht. Als er 2014 den Thron bestieg, hatte die Zustimmung der Spanier zu Monarchie gerade ihren Tiefpunkt erreicht. Ein Fiasko löste das andere ab: Felipes Vater Juan Carlos hatte seine Landsleute gegen die Krone aufgebracht, als er mitten in der Wirtschaftskrise zur Elefantenjagd nach Botswana fuhr. Zudem war Felipes Schwester in einen Finanzskandal ihres Mannes verwickelt. Auf Druck der Straße dankte Juan Carlos ab.

Der Sohn trat mit harten Compliance-Regeln an. Seiner Familie und allen Mitarbeitern des Palastes verbot er Nebeneinnahmen, die Annahme von Geschenken sowie Geschäfte mit der Privatwirtschaft. Zudem gab er in seinem ersten Jahr nur 88 Prozent des Budgets aus, das ihm der spanische Kongress zugedacht hatte.

Auch in der Beziehung zu seiner Schwester reagierte Felipe rigoros, als die sich weigerte, mit ihrem Mann zu brechen. Er entzog ihr den Titel „Herzogin von Palma“ und machte klar, dass sie im Schloss in Madrid nicht mehr willkommen war. Cristina zog mit Mann und Kindern ins Exil nach Genf. Sie sollte später das erste Mitglied der königlichen Familie werden, das in einem Strafprozess angeklagt wurde – wegen Steuerhinterziehung. Inzwischen ist sie frei gesprochen, ihr Mann aber zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Beide haben den Palast in Madrid nicht mehr betreten, auch nicht zum 80. Geburtstag von Juan Carlos Anfang Januar.

Königin Elizabeth II. (*1926) regiert seit 1952 und ist das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Als Königin ist sie Oberhaupt von 16 unabhängigen Staaten, unter anderen Großbritannien, Australien und Antigua. Elizabeth ist parlamentarische Monarchin und hat wenig direkte politische Macht, sondern überwiegend repräsentative Aufgaben. Allerdings ernennt und entlässt sie offiziell den britischen Premierminister und wird wöchentlich über die politische Entwicklung im Land informiert. Für eine Königin hat Elizabeth II. eine eher ungewöhnliche Berufsausbildung absolviert: Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie zur Fahrzeugmechanikerin ausgebildet.

Foto: dpa

Sultan Qabus ibn Said (r., mit Turban) herrscht seit 1970 als absoluter Monarch über den Oman. Seit 2011 gibt es Bestrebungen, die Verfassung zu reformieren und aus der absoluten Monarchie des Oman eine konstitutionelle Monarchie zu machen, in der der Sultan in seiner Macht deutlich beschränkt wäre. Qabus ibn Said pflegt eine enge Beziehung zu Deutschland und besitzt ein Anwesen in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen.

Foto: dpa - picture-alliance

In Dänemark regiert seit 1972 Königin Margrethe II. (*1940). Sie konnte nur Monarchin werden, weil ihr Vater im Jahr 1953 die Verfassung dahingehend änderte, dass auch weibliche Nachkommen den Thron besteigen können. Margrethes Aufgaben als Staatsoberhaupt bestehen größtenteils aus der Repräsentation Dänemarks, Grönlands und der Färöer-Inseln. Sie übt begrenzt politische Aufgaben aus, so ernennt und entlässt sie formell den Regierungschef.

Foto: dpa

Ein weiteres bekanntes Gesicht des europäischen Hochadels ist der schwedische König Carl XVI. Gustaf (*1946). Er regiert seit 1973 und ist damit der am längsten regierende schwedische König. Zu Beginn seiner Regierungszeit im Jahr 1973 war Carl XVI. Gustaf noch mit nahezu autokratischen Herrschaftsrechten ausgestattet, welche aber schon kurze Zeit später von der schwedischen Regierung beschränkt wurden, und den König zu einem repräsentativen und zeremoniellen Staatsoberhaupt machten.

Foto: dpa

Eines der eher unbekannteren Gesichter ist der Sultan von Brunei, Hassanal Bolkiah (*1946). Er ist seit 1967 absoluter Herrscher des Sultanats Brunei, einem Nachbarland von Malaysia. Brunei zählt aufgrund seiner Ölvorkommen zu den reichsten und höchst entwickelten Ländern Asiens und hat etwa 420.000 Einwohner.

Foto: AFP

König Mswati III. ist seit 1986 das absolutistisch herrschende Staatsoberhaupt von Swasiland, einem Nachbarstaat von Südafrika und Mosambik. Er gerät wegen seines ausschweifenden Lebensstils immer wieder in die Kritik, da der Großteil seiner 1,4 Millionen Untertanen in Armut lebt. Jegliche politische Betätigung durch das Parlament ist durch König Mswati III. unter Androhung von Haftstrafen verboten.

Foto: dpa

Seit 1989 ist Hans-Adam II. Fürst von Liechtenstein. Er ist verheiratet mit Fürstin Marie, geborene Gräfin Kinski von Wchinitz und Tettau (r.). Der deutschsprachige Alpenstaat zwischen Österreich und der Schweiz zählt weniger als 40.000 Einwohner und ist vor allem als Steueroase bekannt. Seit einer Verfassungsreform im Jahr 2003 hat der liechtensteinische Fürst wieder mehr direkten politischen Einfluss. Er ist somit befugt, die Regierung jederzeit aufgrund „schwerwiegender Gründe“ zu entlassen und selbst absolutistisch zu regieren.

Foto: AP

Harald V. wurde im Jahr 1937 geboren und ist seit 1991 der amtierende König von Norwegen und ist mit zahlreichen gekrönten Häuptern Europas verwandt. Als norwegischer König fallen ihm hauptsächlich repräsentative Aufgaben zu, allerdings hat er ein faktisches Vetorecht bei Regierungsentscheidungen und Gesetzentwürfen inne.

Foto: dpa

David Mohato Bereng Seeiso (*1963) regiert seit 1996 als König über den afrikanischen Kleinstaat Lesotho, der vollständig vom Staatsgebiet Südafrikas umschlossen wird. Bereits von 1990 bis 1995 war er amtierender König unter einer Militärregierung, dankte jedoch aufgrund eines gescheiterten Putschversuches im Jahr 1995 ab. Nach dem Tod seines Vaters und einer politischen Stabilisierung des Landes wurde Letsie III. schließlich erneut zum König von Lesotho gekrönt. Er hat keine direkte politische Macht, sondern nur repräsentative Aufgaben als Staatsoberhaupt.

Foto: dpa - picture-alliance

In Jordanien regiert seit 1999 Abdullah II. als konstitutioneller Monarch. Der 1962 geborene König hat trotz der konstitutionellen Verfassung großen politischen Einfluss im Land. Jordanien konnte unter seiner Herrschaft ein beachtliches Wirtschaftswachstum erreichen und gilt als wichtiger Verbündeter des Westens und Stabilitätsanker im Nahen Osten. Abdullah ist Generalmajor der jordanischen Armee.

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Hamad bin Isa Al-Khalifa (*1950) ist seit 1999 Emir von Bahrain. Im Jahr 2002 änderte er die Verfassung dahingehend, dass Bahrain vom absolutistischen Emirat zum Königreich wurde. Er berief erstmals seit 25 Jahren das Parlament ein und leitete Reformen ein. Seitdem ist Bahrain offiziell eine konstitutionelle Monarchie, allerdings hat der König erheblichen politischen Einfluss.

Foto: Reuters

König Mohammed VI. (*1963, l.) ist seit 1999 Staatsoberhaupt von Marokko. Er ist konstitutioneller Monarch und hatte bis zu einer Verfassungsreform 2011 nahezu absoluten politischen Einfluss. Seit der Reform hat der König zwar noch immer politischen Einfluss, jedoch deutlich beschränkter als zuvor. Mohammed VI. ist einer der reichsten Monarchen der Welt und verfügt über zahlreiche Firmenbeteiligungen, Immobilien, Ländereien und Unternehmen.

Foto: AP

Das Großherzogtum Luxemburg wird seit dem Jahr 2000 von Großherzog Henri (*1955) regiert. Der luxemburgische Großherzog hatte bis 2009 direkten politischen Einfluss – jedes Gesetz brauchte seine Unterschrift. Als er diese bei einem vom Parlament zuvor verabschiedeten Gesetz zur Sterbehilfe verweigerte, initiierte der damalige luxemburgische Premierminister und heutige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine Verfassungsreform, welche die Befugnisse und den politischen Einfluss des Großherzogs deutlich beschränkten.

Foto: AFP

Einer der unbekanntesten Monarchen der Welt dürfte der gebürtige Spanier Joan Enric Vives i Sicília (*1949, r.) sein. Er ist seit 2003 Bischof von Urgell in Katalonien. Aufgrund dieses Amtes ist er einer von zwei Kofürsten von Andorra. Dieses Regierungssystem ist weltweit einzigartig und geht auf einen Friedensvertrag im Jahr 1278 zwischen dem französischen Grafen von Foix und dem Bischof von Urgell zurück, welcher die gemeinsame Herrschaft des Grafen und des Bischofs über Andorra festlegte. Der amtierende Bischof von Urgell ist somit auch heute noch einer von zwei amtierenden Kofürsten von Andorra.

Foto: dpa - picture-alliance

Zu den eher unbekannteren Gesichtern der internationalen Monarchen zählt auch Norodom Sihamoni (*1953), seit 2004 König von Kambodscha. Der kambodschanische König hat hauptsächlich repräsentative Aufgaben, zudem ist er Oberbefehlshaber der Streitkräfte und ernennt Premierminister und Kabinett formell. Norodom Sihamoni ist kinderlos und nicht verheiratet. Sein Nachfolger wird von einem neunköpfigen Thronrat bestimmt.

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Seit 2004 regiert Chalifa bin Zayid Al-Nahyan (*1948) als Präsident über die Vereinigten Arabischen Emirate. Zugleich ist er Emir von Abu Dhabi. Das Regierungssystem der Vereinigten Arabischen Emirate ist nicht vergleichbar mit anderen Monarchien. Das Land besteht aus sieben Emiraten, welche absolutistisch beherrscht werden. Das Amt des Staatspräsidenten wird vererbt und verbleibt somit innerhalb der Familie des jeweiligen Präsidenten.

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Seit dem Tod seines Vaters Rainier III. ist Albert II. (*1958) der Fürst von Monaco. Der Sohn von Grace Kelly ist seit 2011 mit der Südafrikanerin Charlene Wittstock verheiratet, die seither Fürstin von Monaco ist. Der Fürst ist professioneller Bobfahrer und nahm mehrfach an den Olympischen Winterspielen teil. Als Staatsoberhaupt hat Albert umfassende politische Rechte und teilt sich die Regierungsmacht mit dem Parlament. Monaco ist der am dichtesten besiedelte und zweitkleinste Staat der Erde.

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Im Wüstenstaat Kuwait regiert seit 2006 Emir Sabah IV. Ahmad al-Dschaber as-Sabah (*1929; erste Reihe, 2. v. l.). Als konstitutioneller Monarch ist der Emir befugt, das Parlament aufzulösen und die Regierung zu ernennen oder zu entlassen. Außerdem ist er Oberbefehlshaber der kuwaitischen Armee. Kuwait zählt heute zu den höchstentwickelten Staaten der Welt und verdankt seinen Reichtum vor allem den Erdölvorkommen.

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Seit 2008 ist Jigme Khesar Namgyel Wangchuck (*1980) König von Bhutan – die Amtsgeschäfte leitet er bereits seit 2006. Das Königreich liegt im Himalaya und grenzt an Indien und China (Tibet). Mit seiner Krönung 2008 trat in Bhutan eine neue Verfassung in Kraft, welche die Macht des Königs deutlich beschränkt und ein Regierungssystem nach britischem Vorbild vorschreibt. Bhutan war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein international stark isoliert.

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Tupou VI. (*1959, l.) ist seit 2012 König von Tonga. Der Inselstaat im Pazifischen Ozean zählt etwa 105.000 Einwohner und besteht aus über 170 Inseln. Tonga ist seit 1970 unabhängig und war zuvor britisches und deutsches Protektorat. Tonga zählt zu den hoch entwickelten Staaten der Erde und verfügt seit 2010 über eine demokratische Verfassung, welche die Macht des zuvor absolut herrschenden Königs deutlich beschränkt.

Foto: dpa - picture-alliance

Der letzte absolute Monarch Europas ist ausgerechnet der reformorientierte Papst Franziskus (*1936). Der Vatikanstaat ist gemäß seines Grundgesetzes eine absolute Wahlmonarchie, der Papst hat sämtliche politische Macht inne. Franziskus wurde 2013 nach dem Rücktritt seines Vorgängers, Papst Benedikt XVI. (*1927), vom Konklave zum 265. Papst gewählt. Franziskus gehört dem Jesuitenorden an und setzt sich für deutliche Reformen der katholischen Kirche ein.

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Im Königreich der Niederlande regiert seit 2013 Willem-Alexander als König. Er entstammt dem Haus Oranien-Nassau und ist direkt mit dem luxemburgischen Herrscherhaus Nassau-Weilburg verwandt. Willem-Alexander hat als parlamentarischer Monarch nur wenige direkte politische Befugnisse und übt überwiegend repräsentative Aufgaben aus. Formell ernennt und entlässt er den Premierminister und die Regierung, kann das Parlament auflösen und muss Gesetze gegenzeichnen.

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Seit der Abdankung seines Vaters im Jahr 2013 ist Tamim bin Hamad Al Thani (*1980, l.) der Emir von Katar. Er hat umfassende politische Befugnisse und regiert als absoluter Monarch. Neben der Gesetzgebung obliegt ihm auch die alleinige Regierungsgewalt.

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Seit 2013 ist Philippe (*1960) König der Belgier. Er besitzt in Belgien direkten politischen Einfluss, ernennt Minister und unterschreibt Gesetze. Er wird wöchentlich durch den Premierminister über die politische Situation im Land informiert. Seine designierte Nachfolgerin ist Kronprinzessin Elisabeth (*2001). Philippe ist ausgebildeter Kampfpilot der belgischen Luftwaffe.

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Seit der Abdankung von König Juan Carlos I. im Jahr 2014 ist sein Sohn, Felipe VI. (*1968), König von Spanien. Er ist mit der gebürtigen bürgerlichen Letizia Ortiz verheiratet, die seither Königin von Spanien ist, und hat zwei Töchter. Felipe stand seit seiner Geburt vor seinen älteren Schwestern auf Platz eins der spanischen Thronfolge, da diese männliche Nachkommen gegenüber weiblichen bevorzugt. Der König hat in Spanien überwiegend repräsentative Aufgaben.

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In Saudi-Arabien regiert seit 2015 König Salman ibn Abd al-Aziz al-Saud (*1935) als absoluter Monarch. Salman ist ein Sohn des ersten saudischen Königs Abd al-Aziz ibn Saud. Er war mehrfach verheiratet und hat neun Kinder. Der saudische König ist mit umfassenden politischen Rechten ausgestattet und bekleidet zahlreiche politische Ämter zeitgleich. Seit dem Amtsantritt des Königs wird über dessen Gesundheitszustand spekuliert. Nach einem Schlaganfall kann er sich nicht mehr richtig bewegen, hinzu kommt angeblich eine beginnende Demenz.

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Seit Dezember 2016 ist Maha Vajiralongkorn der 10. König (Rama) von Thailand. Er folgte seinem Vater, König Bhumibol Adulyadej nach, welcher zuvor 70 Jahre regierte, hat das Amt bislang aber nur formell übernommen und wird erst nach einer einjährigen Zeit der Trauer zu Ehren seines Vaters gekrönt. Politisch hat der thailändische König nur beschränkten Einfluss. Laut Verfassung, die allerdings seit 2014 aufgrund eines Militärputsches außer Kraft gesetzt ist, teilen sich König und Parlament die Macht im Staat.

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Nein, dieses Bild ist nicht fälschlicherweise in die Galerie geraten: Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron (*1977) ist ein amtierender Monarch. Der unabhängige Politiker ist seit seinem Amtsantritt im Mai 2017 Kofürst von Andorra. Das Amt beruht auf dem Vertrag zwischen dem Bischof von Urgell und dem Grafen von Foix aus dem Jahr 1278. Die Besitztümer und Ämter der Grafen von Foix gingen im Jahr 1479 auf das Hochadelsgeschlecht Navarra über, welches im Jahr 1589 den französischen König stellte. Als Rechtsnachfolger der Könige Frankreichs ist der französische Staatspräsident automatisch Kofürst von Andorra.

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In der Wahlmonarchie Malaysia regiert seit dem 31. Januar 2019 Abdullah Shah (r.) als König. Der traditionelle Titel lautet „Yang di-Pertuan Agong“. Der malaysische König wird aus der Mitte der Bundesfürsten gewählt und amtiert für fünf Jahre. Politische Rechte hat der malaysische König kaum, sein Amt ist hauptsächlich auf repräsentative Aufgaben beschränkt. Abdullah Shah ist Sultan von Pahang und mit zwei Frauen verheiratet, mit denen er insgesamt neun Kinder hat.

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Seit dem 1. Mai 2019 ist Naruhito (l.) der 126. Kaiser (Tennō) von Japan. Er folgte seinem Vater Akihito, der am 30. April 2019 abdankte. Japan gilt als die älteste Monarchie der Welt. Der 1960 geborene Monarch ist studierter Historiker. Zusammen mit seiner Ehefrau, Kaiserin Masako (2. v. l.), hat er eine Tochter, Prinzessin Aiko. Gemäß der japanischen Thronfolgeregelung dürfen nur männliche Nachkommen den Chrysanthementhron besteigen, weshalb Naruhitos Bruder Fumihito (3. v. l.) gegenwärtiger Kronprinz Japans ist. Laut japanischer Verfassung ist der Kaiser ein „Symbol des Staates“ und nimmt repräsentative Aufgaben wahr.

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Felipe zeigt mit solchen Aktionen, dass er den Ruf der Krone über die familiären Bande stellt. Auch seinen Vater hat er nach dessen unrühmlichen Abtritt weitgehend von öffentlichen Auftritten fern gehalten. Er ist Fan des Fußballclubs Atlético Madrid, der einst als Club der Arbeiterklasse galt.

Der Rest der königlichen Familie fiebert dagegen für Real Madrid. Dem korrekten spanischen König fehlt in seinen Auftritten jedoch Empathie und der direkte Draht zum Volk, den sein Vater und Frauenheld Juan Carlos besaß.

Den Spaniern macht das nichts aus. Bei ihnen ist Felipe jetzt schon beliebter, als sein Vater es einst war. Dazu hat auch die strenge Rede beigetragen, die Felipe drei Tage nachdem illegalen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien hielt.

Es war eine der ganz wenigen Gelegenheiten, in denen sich der spanische König außerhalb der Reihe an das Volk wendet. Bei solchen Auftritten zählt jedes Detail: Die Kommentatoren befinden über die Bilder und Statuen, die hinter dem König zu sehen sind, über seine Gestik, die Körperhaltung, ob er am Schreibtisch oder in einem Sessel sitzt. Alles, was zu sehen ist, wird als Botschaft gewertet.

Keine Skandale, keine Seitensprünge, keine dubiose Reisen – König Felipe VI. und Königin Letizia geben den meisten Spaniern keinen Grund, mit ihm zu hadern. Gemeinsam haben sie zwei Töchter: Prinzessin Leonor (l.) und Prinzessin Sofia.

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In seiner Rede zu Katalonien las der König den Unabhängigkeitsbefürwortern die Leviten. Er geißelte den „unakzeptablen Versuch der Separatisten, sich die Institutionen anzueignen“ und das Zusammenleben in Katalonien zu zerstören. Den meisten Spaniern gefiel das, die Umfragewerte für die Krone sprangen nach oben.

Doch die Rede erntete auch viel Kritik. Beobachter vermissten einen Versuch, zwischen Madrid und Barcelona zu vermitteln oder zumindest durch einen Satz in Katalanisch eine Nähe zu der Region herzustellen. Im Palast heißt es dazu, der König habe keine politischen Aufgaben, dafür sei die Regierung zuständig. Seine vorderste Pflicht sei es, die Verfassung zu verteidigen.

Dabei ist der König gerade wegen der Katalonienkrise dabei, eine zunehmend politische Rolle einzunehmen. So war er es, der Spanien in der vergangenen Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vertreten und in bestem Englisch die Lage in Katalonien bewertet hat. Der spanische Premier Mariano Rajoy dagegen bleibt dem Treffen der Wirtschaftselite seit eh und je fern.

Der Vater hatte seines Landsleute mit seinem Trip zur Elefantenjagd nach Botswana mitten in der Wirtschaftskrise gegen sich aufgebracht. Er dankt auf Druck der Straße im Juni 2014 ab.

Foto: AFP

Seine Reden zeigt Felipe vorher der Regierung, schließlich sollten sich besser keine Widersprüche zwischen den beiden Instanzen auftun. Bevor Rajoy das Manuskript erhält, zeigt Felipe es womöglich seiner Frau Leticia, einer ehemaligen TV-Journalistin. Der Palast bestreitet zwar ihre Mitwirkung. Doch was die Eheleute bereden, wenn der Mitarbeiterstab nicht dabei ist, bleibt ihr Geheimnis. Es wäre jedenfalls seltsam, wenn die derzeit so stark politischen Ansprachen dabei kein Thema wären.

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Derlei Spekulationen sind die einzigen über die Ehe des Königspaares, das zwei Töchter hat. Keine Skandale, keine Seitensprünge, keine dubiose Reisen – Felipe gibt den meisten Spaniern keinen Grund, mit ihm zu hadern.

 

 

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