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ArtensterbenDas letzte männliche Breitmaulnashorn ist tot

Sudan, das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn, ist tot. Eine kleine Hoffnung für das Überleben seiner Unterart gibt es aber noch. 20.03.2018 - 16:01 Uhr Artikel anhören

Das Nördliche Breitmaulnashorn wurde 45 Jahre alt.

Foto: AP

Nanyuki. Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt ist tot. Der 45 Jahre alte Sudan habe zuletzt altersbedingt stark gelitten – daher hätten die Tierärzte die Entscheidung getroffen, ihn am Montag einzuschläfern, teilte das Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia am Dienstag mit.

„Er war ein großartiger Botschafter für seine Art“, sagte Richard Vigne, Leiter des Wildtierreservats nördlich von Nairobi, über das berühmte Tier. „Eines Tages wird sein Tod hoffentlich als wegweisender Moment für Naturschützer weltweit gesehen werden.“

Nach Sudans Tod gibt es weltweit nur noch zwei Tiere dieser Unterart des Breitmaulnashorns, Sudans Tochter und Enkelin. Mithilfe künstlicher Reproduktion versuchen Wissenschaftler, unter anderem am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), den Fortbestand zu sichern. Eizellen der beiden Weibchen sollen mit vor längerer Zeit gewonnenen und eingelagerten Spermien verschmolzen werden. Dies wurde Ol Pejeta zufolge noch nie zuvor mit Nashörnern versucht.

„Sudans Tod ist ein trauriger Weckruf, dass wir die biologische Vielfalt unserer Erde in rasantem Tempo verlieren“, sagte Katharina Trump, Expertin für Wildartenkriminalität beim WWF Deutschland. „Aus eigener Kraft kann sich diese Nashornunterart nicht mehr retten.“

Die künstliche Reproduktion könnte Ol Pejeta bis zu neun Millionen Dollar (7,3 Millionen Euro) kosten. Um Geld zu sammeln hatte sich das Wildtierreservat unter anderem mit der Dating-App Tinder zusammengetan: Sudan bekam ein Profil, das weltweit von Nutzern der App zu sehen war und zu einer Spenden-Webseite führte. Insgesamt konnte Ol Pejeta bislang etwa 250.000 Dollar (203.000 Euro) sammeln. Das Reservat rief auch nach Sudans Tod erneut zu Spenden auf.

Sudan wurde 1973 im heutigen Südsudan, damals noch Sudan, geboren. Er wurde gefangen genommen und zusammen mit weiteren Nashörnern in einen Zoo in Tschechien gebracht. Als jegliche Versuche der Fortpflanzung scheiterten, wurden vier der Nördlichen Breitmaulnashörner, darunter Sudan, 2009 nach Ol Pejeta gebracht. Doch auch hier klappte die natürliche Reproduktion nicht.

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Das Nördliche Breitmaulnashorn lebte einst in Zentral- und Ostafrika. 1960 gab es der Naturschutzunion IUCN zufolge noch 2360 der Tiere in der freien Wildbahn. Doch Nashörner werden vor allem wegen ihrer Hörner gejagt, das pulverisierte Horn gilt in vielen asiatischen Ländern als Medizin. Seit 2008 gilt das Nördliche Breitmaulnashorn Experten zufolge als ausgestorben in der freien Wildbahn.

Vom Südlichen Breitmaulnashorn gibt es dank intensivem Tierschutz im südlichen Afrika heute mehr als 20.000 Exemplare. Doch auch andere Arten sind vom Aussterben bedroht. Vom Java- und Sumatra-Nashorn etwa gibt es dem WWF zufolge jeweils nicht einmal mehr 100 Tiere.

dpa
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