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Diversity im MittelstandNur jeder zweite Mittelständler glaubt an kulturelle Vielfalt

Diversity treibt Innovation, sagt eine Studie. Gerade kleine Firmen und ihre Führungskräfte hinken bei ihrer Personalauswahl jedoch hinterher. 30.04.2018 - 06:12 Uhr Artikel anhören

Dass Diversity ihr Unternehmen vorantreibt, glaubt nur die Hälfte der befragten Führungskräfte.

Foto: dpa

Düsseldorf. Anders zu sein ist beim Outdoorausstatter Vaude aus Tettnang ziemlich normal. Mehr als jeder zehnte Angestellte der 500-Mitarbeiter-Firma vom Bodensee stammt nicht aus Deutschland. Allein in der Fertigung des Zelt-, Schlaf- und Rucksackproduzenten arbeiten Menschen aus 13 verschiedenen Nationen. „Ich glaube, dass eine von Diversität geprägte Belegschaft eher in der Lage ist, Kreativität und vor allem Innovationen zu fördern, als eine, die weitgehend homogen ist“, sagt Chefin Antje von Dewitz.

Mehr Perspektiven auf ein Problem sorgten schließlich für bessere Lösungen, so das Argument der Familienunternehmerin. Eine Einstellung, die nicht überall im Mittelstand angekommen zu sein scheint, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Danach sieht gerade einmal die Hälfte der 500 befragten Führungskräfte einen positiven Zusammenhang zwischen kultureller Vielfalt und Innovation – egal, ob Groß- oder Kleinunternehmen. Geht es an die Teamzusammensetzung, fallen kleine Firmen in puncto Diversity deutlich gegenüber ihren größeren Konkurrenten ab.

So gaben bei Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern lediglich 40 Prozent der befragten Führungskräfte an, die eigene Belegschaft aus möglichst vielen verschiedenen Ländern und Kulturen zusammenzustellen. Bei Unternehmen mit 50 bis 249 Angestellten liegt der Wert immerhin schon bei 46, bei größeren Unternehmen bei 56 Prozent.

„Je größer das Unternehmen, in dem die befragte Führungskraft tätig ist, desto größer auch die Wahrscheinlichkeit, dass Diversity-Kriterien bei der Personalauswahl berücksichtigt werden“, sagt Stephan Vopel, Programmleiter bei der Bertelsmann Stiftung. Das liege auch daran, dass bei größeren Unternehmen mehr finanzielle und personelle Ressourcen vorhanden seien, um Potenziale zu nutzen.

Für Jochen Menges, Professor für Personalmanagement an der Privatuniversität WHU in Vallendar, ist der Zusammenhang zwischen kultureller Vielfalt und Innovation keineswegs neu. Gerade kleine und mittelständische Firmen würden sich jedoch durch straffe Organisationskultur auszeichnen. „Wenn das Wertschätzen von Vielfalt nicht Teil dieser Kultur ist, kann es schwierig sein, die vorteilhaften Effekte von Diversity zu entfalten.“

Bei Vaude in Tettnang hat Antje von Dewitz nach der Übernahme der Geschäfte von ihrem Vater vor rund zehn Jahren die Verantwortung auf mehrere Führungskräfte verteilt. „In unserer Firma gab es noch viele kulturelle Elemente, die sehr männlich geprägt waren. Da hatten vor allem Frauen keine Lust, Verantwortung zu übernehmen.“ Heute sind von den 46 Führungskräften des Mittelständlers 20 weiblich – ein Wert, von dem Dax-Konzerne nur träumen können.

lab
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