Produktion stabilisiert: Insolventer Yachtbauer Bavaria startet Investoren-Auswahl
Der insolvente Yachtbauer hat im Mai die Produktion stabilisiert – und 30 Yachten ausgeliefert.
Foto: dpaDüsseldorf. Der insolvente Yachtbauer Bavaria hat offizielle Verhandlungen mit möglichen Investoren aufgenommen. „Es gibt eine ganze Reihe von Interessensbekundungen“, sagte der als Geschäftsführer eingesetzte Restrukturierungsexperte Tobias Brinkmann von der Kanzlei Brinkmann und Partner am Dienstag dem Handelsblatt.
Unter ihnen seien Finanzinvestoren, aber auch strategische Investoren und Wettbewerber. „Da sind durchaus interessante Kandidaten dabei“, versichert Brinkmann.
Der Yachtbauer aus dem fränkischen Giebelstadt hatte vor rund vier Wochen Insolvenz beantragt. Brinkmann arbeitet seither an einer Sanierung in Eigenverwaltung.
Bis Juli soll der Kaufvertrag für Bavaria stehen. Zu seinen Preisvorstellungen macht Interims-Chef Brinkmann keine Angaben – nur so viel: Er rechne mit einem „Bruchteil“ der Summe, die der Investor Bain Capital 2007 für Bavaria zahlte. Damals wurde die astronomische Kaufsumme von einer Milliarde Euro kolportiert.
Die Zeit drängt: Das Insolvenzgeld für die 600 Mitarbeiter in Giebelstadt wird nur noch bis einschließlich Juni gezahlt. Zudem stehen bei Bavaria im August traditionell Betriebsferien an: „Vorher müssen wir unseren Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern erklären, wie die Zukunft aussieht“, sagt Brinkmann. Sonst bestehe das Risiko, dass Kunden fernbleiben oder Zulieferer abspringen.
Hoffnung macht, dass Bavaria seine Produktion zuletzt stabilisieren konnte: In den vergangenen zwei Wochen habe man 30 Boote ausgeliefert. „Alle 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Einsatz“, erklärt das Unternehmen.
„Wir haben Glück, dass wir uns in der Auslieferungssaison befinden“, ergänzt Brinkmann. Denn die Kunden bezahlen ihre Yachten gewöhnlich bei der Abholung. Durch die kontinuierlichen Auslieferungen kommt frisches Geld rein.
Schwieriger als bestehende Aufträge abzuarbeiten ist es, neue Bestellungen einzuwerben. „Die Neukunden sind verständlicherweise zurückhaltend“, räumt Brinkmann ein. „Aber unsere Händler halten Bavaria die Treue. Sie werben weiter aktiv um die Endkunden.“
Neuaufträge für die kommende Saison sollen Bavaria für den Käufer des Unternehmens attraktiver machen, sagt Brinkmann: „Wir wollen dem Investor ein Order-Buch übergeben.“
Welche Yacht ist die Beste? Fachjournalisten von renommierten Segel- und Motorbootmagazinen aus ganz Europa küren auf der Fachmesse „Boot“ in Düsseldorf Europas Yacht des Jahres. 15 Boote kamen in die engere Wahl – die Tester legten mit ihnen insgesamt 2000 Seemeilen zurück. Die Gewinner im Überblick.
Foto: dpaIn der Kategorie Family-Cruiser überzeugte die Jury eine Yacht von Jeanneau: Die Fachleute loben die „clevere Cockpitgestaltung“. Zudem sei das Boot vielseitig und „lebendig unter Segeln.“
Foto: PRWer gerne schnell segelt, ist den Bootstestern zufolge mit der Club Swan 50 gut bedient. Das auf Geschwindigkeit getrimmte 15-Meter-Boot sei eine „Segelmaschine in Reinform“, so das Urteil der Jury.
Foto: Delius Klasing VerlagIn der Kategorie Luxussegler überzeugte die Amel 50 – mit einem geschützten Cockpit, viel Fläche zum Sonnenbaden und einem aufwendigen Interieur.
Foto: PRBei den Mehrrumpf-Booten, den sogenannten „Multihulls“, siegte ein Trimaran von Neel. Die Rümpfe in Leichtbauweise machen das Boot schnell – gleichzeitig bietet das Boot genug Platz für zehn Kojen.
Foto: PREbenfalls preiswürdig fanden die Jury-Mitglieder eine Tragflügel-Yacht von Beneteau. Die nach unten geneigten Flügel können flexibel ein- und ausgefahren werden – und sorgen dafür, dass das Boot deutlich schneller als vergleichbare Boote unterwegs ist.
Foto: PRBei den Motoryachten bis 25 Fuss (rund acht Meter) sicherte sich der finnische Bootsbauer Bella den begehrten Preis. Die Jury hob besonders die Bewegungssicherheit an Bord hervor.
Foto: PRAus Italien kommt der Sieger unter den Motoryachten bis 35 Fuss (zehn Meter): Die Jury lobte die flachen Linien der Yacht, die trotzdem Platz für vier Personen bietet und mit bis zu 31 Knoten (57 Stundenkilometer) auch flott unterwegs ist.
Foto: PREin Katamaran der französischen Werft Fountaine Pajot sicherte sich den Sieg in der Kategorie der 45-Fuß-Boote. Das Reiseboot überzeuge durch üppiges Platzangebot und eine hohe Reichweite.
Foto: PRLuxus pur dominiert die Klasse der Motoryachten über 45 Fuss (rund 14 Meter): An der S7 der italienischen Werft Azimut gefällt den Jurymitgliedern vor allem die Karbon-Leichtbauweise. Dadurch sinke der Kraftstoffverbrauch, die Sicherheit bei voller Fahrt steige.
Foto: PR