Nach Währungsverfall: Die Lira erholt sich – Für die Wirtschaft ist die Nachricht aber keine Entwarnung
Der Devisenwert in der Türkei hat sich etwas erholt. Das ist aber noch keine Entwarnung für die Wirtschaft des Landes.
Foto: ReutersAthen. Wer Anfang August auf Recep Tayyip Erdogan gehört hat, der kann sich in diesen Tagen über einen schönen Gewinn freuen. Menschen, die im Sommer 1000 Euro zur Bank brachten, bekamen dafür 7.850 Lira. An diesem Mittwoch können sie die 1000 Euro für nur 5.934 Lira zurückkaufen.
Als der Lirakurs Anfang August fast täglich auf neue Tiefstände abstürzte, appellierte Erdogan an seine Landsleute: „Wenn ihr Dollar, Euro oder Gold unter dem Kopfkissen habt, dann geht zur Bank und tauscht es in türkische Lira – dies ist ein nationaler Kampf!“
Die Türkei, so Erdogan, befinde sich in einem „Wirtschaftskrieg“ mit ausländischen Spekulanten. „Wir werden nicht verlieren“, rief der Präsident Anhängern in der Schwarzmeerstadt Rize zu, „sie mögen ihren Dollar haben, doch wir haben unseren Gott!“
Trotz der Beschwörungen waren es nicht viele, die damals Erdogans Appell folgten. Die Angst vor dem Verlust der Ersparnisse war größer als das patriotische Pflichtgefühl.
Doch die türkische Währung hat sich seit ihrem steilen Absturz vor wenigen Monaten bereits deutlich erholt. Diese Woche fiel der Eurokurs erstmals wieder unter sechs Lira. Damit hat die Parität das Niveau von Anfang August erreicht, vor Beginn der Krise.