Crowdfox-Gründer Wolfgang Lang: Das Start-up dieses Mannes zeigt Großunternehmen die besten Preise
Der 50-Jährige kam über einen Umweg zu seinem heutigen Geschäft.
Foto: CrowdfoxDüsseldorf. Die Liste der Investoren liest sich wie ein Empfehlungsschreiben. So hält der Büroartikelversender Takkt Anteile an dem Kölner Start-up Crowdfox, wie die Preissuchmaschine Idealo.
Nun hat die Firma von Gründer Wolfgang Lang, eine Preissuchmaschine für den Einkauf von Großkonzernen, noch einen Vertrauensbeweis bekommen: Die Altinvestoren haben erneut fünf Millionen Euro in das Start-up gesteckt, weitere fünf Millionen kommen von zwei Family Offices, die nicht genannt werden möchten.
Der 50-Jährige kam über einen Umweg zu seinem heutigen Geschäft: Nach dem Studium der Elektrotechnik gründete er einen Ratgeberverlag und Seminaranbieter, der auf der Methode der Motivationstrainerin Vera Birkenbihl basierte. Die Firma sollte an die Börse gehen, musste aber im Jahr 2000 Insolvenz anmelden.
Danach beriet er Großhandelsunternehmen und erkannte dort das ungenutzte Potenzial, das in der Digitalisierung der Beschaffung liegt. 2014 gründete er Crowdfox. Zunächst war es nur ein Onlinemarktplatz für die sogenannten C-Artikel: Schrauben, Klopapier oder Bürostühle, Dinge, die für Unternehmen nicht strategisch wichtig sind und deren Beschaffung meist wenig beachtet wird.
Parallel entwickelte er eine neue Idee: Crowdfox Professional ist eine geschlossene Plattform für Großunternehmen, auf der sie die komplette Beschaffung mit ihren Lieferanten abwickeln können – und zwar zu speziell für sie vereinbarten Konditionen.
Dazu liest Crowdfox mehrere Hundert Kataloge digital ein, die jedes Großunternehmen von seinen Zulieferern hat, macht durch ein spezielles Verfahren alle Produkte vergleichbar und sucht dann automatisch bei jeder Bestellung nach dem günstigsten Preis.
Für mehr als 50 Großunternehmen, darunter mehrere Dax-Konzerne, hat Crowdfox bereits individuelle Lösungen programmiert. Auch den offenen Marktplatz betreibt die Firma weiter. Trotzdem darf man Wolfgang Lang keinen Händler nennen: „Wir sind ein Tech-Unternehmen“, betont der Gründer.