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  5. Wirecard will alle Anteile an AllScore Payment Services erwerben

ZahlungsdienstleisterWirecard gibt Markteintritt in China bekannt

Wirecard expandiert rund um den Globus, ist in China aber noch kaum präsent. Nun übernimmt der Zahlungsabwickler schrittweise den chinesischen Anbieter AllScore. Die Aktie steigt deutlich.Felix Holtermann 05.11.2019 - 16:49 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Von dem Zukauf einer chinesischen Firma erhofft sich Wirecard im Geschäftsjahr 2020 einen Ergebnisbeitrag in Höhe eines einstelligen Millionen-Euro-Betrages.

Foto: Reuters

Frankfurt. Einen Tag vor den Bekanntgabe der Quartalszahlen überrascht Wirecard die Anleger mit einer Übernahme: Der Zahlungsdienstleister baut mit einem Zukauf sein Geschäft im wichtigen Wachstumsmarkt China aus, wo er bisher kaum präsent war.

Der Konzern habe einen Rahmenvertrag unterzeichnet für die schrittweise Übernahme aller Anteile am Anbieter AllScore Payment Services aus Peking, teilte Wirecard am Dienstag mit. Insgesamt legt das Unternehmen aus Aschheim bei München dafür gut 70 Millionen Euro auf den Tisch. Das Closing erfordere noch die Genehmigung der Behörden.

Die Aktie reagierte deutlich positiv auf die Nachricht und setzte sich am Dienstagnachmittag mit einem Plus von 1,9 Prozent an die Dax-Spitze.

Für Wirecard ist der Erwerb von AllScore ein wichtiger Schritt. Durch die Lizenzen, die sich Wirecard mit der Übernahme sichert, kann der Konzern chinesischen Händlern globale Zahlungsdienste anbieten. Außerdem können ausländische Wirecard-Kunden ihre Produkte künftig auch an chinesische Konsumenten verkaufen, die diese mit einheimischen App-Diensten bezahlen können.

Eine Einschränkung gibt es: Die Lizenzen von AllScore gelten nur im E-Commerce, aber dafür auch innerhalb Chinas. Heißt: Wirecard kann endlich Zahlungen zwischen innerchinesischen Konsumenten und Unternehmen abwickeln, wenn auch zunächst nur im Onlinehandel. Eine Lizenz für stationäre Zahlsysteme, also die klassische Ladenkasse, werde man im nächsten Schritt anstreben, erklärte eine Wirecard-Sprecherin auf Anfrage.

Bislang kooperiert Wirecard in China mit dem Kreditkartenanbieter Union Pay und ist vor allem in der Zahlungsabwicklung für im Ausland einkaufende Chinesen vertreten. Vom wachsenden inländischen Zahlungsmarkt profitiert der Konzern bis dato nicht.

Öffnung des chinesischen Markts

„Wir freuen uns sehr darüber, heute unseren Markteintritt in China verkünden zu können. Der chinesische Markt stellt eine hervorragende Chance für uns dar“, erklärte Wirecard-Chef Markus Braun. „Das umfassende Lizenzpaket ist eine perfekte Ergänzung zu unserer globalen Plattform-Strategie.“

Im Interview mit dem Handelsblatt hatte Braun erst vor wenigen Tagen seine Pläne für China skizziert: „Für große chinesische Konzerne wie Alibaba oder Union Pay wickeln wir bereits Zahlungen ab, dabei geht es aber vor allem um internationale Geschäfte.“ Die Erschließung des chinesischen Binnenmarkts gehöre nun „zu den spannendsten Themen für Wirecard“.

Die Analysten der Baader-Bank begrüßten den Schritt. „Wirecard hat seine globale Präsenz durch mehrere Akquisitionen in den letzten Jahren gestärkt. Vor der heutigen Ankündigung war China jedoch immer noch ein weißer Fleck für das Unternehmen“, schrieben sie. „Wir begrüßen die heutige Ankündigung, da die Wirecard-Plattform und die -Mehrwertdienste nun weiter ausgelastet werden. Wir hoffen, in der morgigen Telefonkonferenz mehr über AllScore zu erfahren.“

Zum Transaktionsvolumen, das AllScore im vergangenen Jahr abgewickelt hat, macht Wirecard keine Angaben. „Es stehen bei der Übernahme die Lizenzen im Vordergrund, weniger das heutige Volumen“, so die Sprecherin.

AllScore beschäftigt laut der Mitteilung 120 Angestellte und ist seit zwölf Jahren am Markt aktiv. Nach dem Closing der Übernahme hält Wirecard laut der Mitteilung 80 Prozent der Anteile an AllScore. Die verbleibenden 20 Prozent könne der Konzern nach zwei Jahren erwerben.

Von dem Zukauf erhofft sich Wirecard im Geschäftsjahr 2020 einen Ergebnisbeitrag in Höhe eines einstelligen Millionen-Euro-Betrages. Nach der vollständigen Integration rechnet man für 2021 mit einem Gewinnplus (EBITDA-Effekt) von über 35 Millionen Euro, für 2022 werden über 50 Millionen Euro erwartet.

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Mit Material von Reuters.

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